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Am Montag öffnet das Briefwahllokal im Rathaus

Pyrmonter Rentner rüsten sich zeitig zur Europawahl

BAD PYRMONT. 23 Tage noch – dann können mehr als 400 Millionen Menschen in 28 Ländern Europas über die künftige politische Ausrichtung der EU entscheiden. 15 242 Wahlberechtigte leben in der Kurstadt und ihren Ortsteilen. Zum Vergleich: An der vorigen Europawahl durften noch 15 308 Pyrmonter teilnehmen.

veröffentlicht am 02.05.2019 um 22:59 Uhr

Schon Tage vor Öffnung des Briefwahllokals im Pyrmonter Rathaus hat Helga Müller reichlich reichlich zu tun mit dem Eintüten und der Ausgabe der Unterlagen zur Europawahl. Michael Langer (li.) ist einer von 701 Pyrmontern, die sich bislang für die Br
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Alle Wahlberechtigten, die ihre Stimme zur Europawahl nicht erst am 26. Mai abgeben wollen, können ihr Kreuzchen schon vom kommenden Montag an im Rathaus machen. Ihre Briefwahlunterlagen haben aber – Stand: Donnerstagabend – schon 701 Frauen und Männer abgeholt oder schriftlich beantragt. Denn der klassische Briefwähler, die Briefwählerin in der Kurstadt haben das Arbeitsleben bereits hinter sich – und machen von ihrem Wahlrecht offensichtlich sehr pflichtbewusst Gebrauch: Nur einen Tag nach Aussendung eines Teils der Wahlbenachrichtigungskarten standen die Ersten vor Helga Müllers Schreibtisch, um sich für die Briefwahl einzudecken. Nach zwei Tagen lagen laut Hauptamtsleiter Walter Schlieker bereits 390 Anträge vor.

„Für Rentner ist jetzt Urlaubszeit“, sagt Helga Müller, die im Bürgermeister-Vorzimmer arbeitet und die Briefwähler in spe bisher nebenbei betreut. „Da sagen sich die Leute: ,Bevor ich es vergesse, erledige ich es lieber gleich.’“ Manche, so ihr Eindruck, wollten sich den 26. Mai aber wohl auch einfach nicht mit dem Urnengang blockieren.

Vor Ort wählen können diejenigen, die bisher im Rathaus vorsprachen oder heute kommen, an Ort und Stelle bisher nicht. „Ich habe hier ja noch keine Wahlkabine“, sagt Helga Müller. Auf ihrem Schreibtisch hat sie allerdings längst die Wahlunterlagen zum Eintüten auf mehrere ordentliche Stapel verteilt: die Wahl-Infozettel, kleine rote Wahlbrief-Umschläge zur Rücksendung ins Rathaus, noch etwas kleinere blaue Umschläge für die Stimmzettel sowie große packpapierfarbene Umschläge für alles zusammen – und den wichtigsten Inhalt: die Stimmzettel.

Auf dem diesmal 87,4 Zentimeter langen Bogen haben die Berechtigten – zumindest theoretisch – die Wahl zwischen 40 Parteien und Gruppierungen. Die Allermeisten dürften ihr Kreuz wohl auf einem der vorderen Ränge setzen, oberhalb des ersten Papierknicks.

Dass jeder Wahlberechtigte den Bandwurmzettel bis zu Ende liest, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Dabei mutet weiter unten in der Liste die eine oder anderen Minigruppe mit wohl eher überschauberer Klientel immerhin kurios an. Auf die konkreten Ziele von Parteien wie „Liebe“ oder „Volt“ für die künftige Ausrichtung der EU-Politik lässt sich allein aus deren Selbstbezeichnung eher wenig schließen. Und dass hinter dem „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ konservative Muslime stehen, schwingt auch nicht im Namen mit.

Eine der rechtsextremen Parteien tritt dagegen mit einer Spitzenkandidatin an, die im Gefängnis sitzt: Ursula Haverbeck, deren Anhänger mit ihr 2013 den 85. Geburtstag unerkannt in einem Lügder Lokal feierten, befindet sich wegen fortgesetzten Leugnens des Judenmords während der Nazizeit in Haft. Und auch ein Gutteil der übrigen Kandidaten der Truppe ist vorbestraft.

Namentlich ausgewiesene Menschenfreunde finden sich dagegen mit „Menschliche Welt – für das Wohl und Glücklichsein aller“ auf Platz 37. Die auf den ersten Blick erkennbare Lobby für unsere Mitgeschöpfe scheint dagegen größer: Gleich vier Tierschutz-Parteien buhlen um die Gunst der Menschen.

Doch egal, wer wo sein Kreuzchen setzt – Walter Schlieker und das aus 182 Wahlhelfern in diesmal 26 Wahlbezirken bestehende Helferteam sowie weitere Mitarbeiter hinter den Kulissen hoffen vor allem, dass organisatorisch alles glattgeht am Wahlabend. „Es ist doch jedes Mal eine sportliche Herausforderung, on top zur regulären Arbeit“, sagt der Hauptamtschef. Und er hat noch eine Bitte: Briefwähler sollten ihren daheim ausgefüllten Stimmzettel beizeiten verschicken. Wer sich das Porto sparen will und es nur außerhalb der Öffnungszeiten zum Rathaus schafft, kann seinen Brief auch im Briefkasten vorm Haupteingang einwerfen.

Ab Montag, 6. Mai, können wahlberechtigte Pyrmonter ihr Kreuzchen in der Wahlkabine im Rathausfoyer machen. Helga Müller gibt die Unterlagen zu den Rathaus-Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und freitags zusätzlich von 14 bis 16.30 Uhr aus (am Freitag, 24. Mai, bis 18 Uhr).



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