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Hennes Bender hat‘s nicht leicht

Pyrmonter Publikum fährt Comedian in die Parade

BAD PYRMONT. Absurdes Theater der Extraklasse im Kurtheater. Und Comedian Hennes Bender führte nicht Regie. Eigentlich spielte er nicht einmal die Hauptrolle. Die entdeckten schlagfertige Besucher am Samstag für sich.

veröffentlicht am 04.02.2018 um 21:35 Uhr

Seinen Auftritt im Kurtheater dürfte Hennes Bender nicht so schnell vergessen. Foto: yt
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Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
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Ein Beispiel: Hennes Bender: „Ich bin jetzt seit 20 Jahren verheiratet. Wer von Euch ist denn noch länger verheiratet? Du, wie lange bist du verheiratet“ – Gast: „50 Jahre.“ – „Und habt ihr gefeiert?“ – „Nein. Meine Frau ist tot.“ – „?“Nächstes Beispiel: „Ist ein Kölner heute Abend hier?“, will Bender wissen – Gast „Ich!“ – „Und woher?“ – „Aus Bonn“ – „Ähm?“

Bender wurde fast völlig aus der Bahn geworfen, als er seine Begeisterung für Götz Alsmann zeigte und für ihn warb: „Gehen Sie hin. Der kommt am 24. Februar hierher nach Bad Pyrmont.“ Um dann aus den Tiefen des Parketts jubeln zu hören: „Der spielt aber im größeren Saal.“

Und selbst ein Klassiker nahm absurde Züge an. Bender: „Lühchde.“ – Gast: „Das heißt Lüchde.“ – „Ich hab‘ doch gesagt ‚Lüchde‘.“ – „Das heißt aber Lühchde.“ – „?“

Bei solchen Besuchern hatte Bender schweres Standing. Fast schien es, als brauchte es ihn gar nicht, um den Rest der Publikums zu amüsieren. Und einige fragten sich, wann nun endlich Samuel Becketts Godot auf die Bühne käme.

Solange versuchte Bender dann aber, das Heft des Handelns nicht mehr abzugeben. Er freute sich, in Bad Pyrmont einmal einen Jugendlichen gesehen zu haben, hatte aber den Vorteil nicht wahrgenommen, dass er selbst dafür noch als Jugendlicher durchgehen könnte. Und Alter war schon irgendwie sein Thema. Er sprach vom beigenen Albtraum, also von jenem Totengräber der Farben, der Reisebus-Gruppen von Senioren dem ungeschulten Auge auch als Wanderdünen erscheinen lasse, die so manche Ausflugsziele zum umspülen scheinen. Und als er auf TV-Serien zu sprechen kam, bemerkte er zwar lässig, dass „Babylon Berlin“ gut sei, verlor sich dann aber doch in der Betrachtung von „Ein Colt für alle Fälle“.

Dass er literarisch noch nicht im hier und jetzt angekommen sei, gab er dann auch unumwunden zu: „Für Texte benutze ich tatsächlich noch Buchstaben und bisweilen – ganz crazy – sogar noch Satzzeichen.“ Mit Emojis könne er nicht wirklich etwas anfangen. Er erklärte auch unumwunden: „Mein Zeitfenster steht auf Kipp.“ Und so schwärmte er von David Bowie und Freddy Mercury und sang zum Höhepunkt des Abends dann auch noch „Bohemian Rhapsody“ a cappella.

Ansonsten war der Abend durchaus lustig. Bender witzelte über Martin Schulz, die AfD und deren Weltverständnis. Freute sich, dass die Holländer, wenn der Klimawandel Vollzug gemeldet hat, mit ihren Unterkünften nach Deutschland kommen werden.

Richtig abgedreht wurde es indessen nur, wenn sich die Gäste zu Wort meldeten.



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