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Gutachten bestätigt Sperrung

Pyrmonter Kurtheater: Tendenz zur Sanierung

BAD PYRMONT. Auch acht Wochen nach der Sperrung des Kurtheaters des Staatsbades Pyrmont steht noch nicht fest, wie es mit dem genau 200 Jahre alten Gebäude weitergeht. Die Frage „Abriss und Neubau oder Sanierung?“steht seitdem im Raum. „Die Tendenz geht zurzeit in Richtung Sanierung“, so Kurdirektor Maik Fischer.

veröffentlicht am 09.11.2018 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 17:28 Uhr

Seit Mitte September geht im Kurtheater nichts mehr. „Die damalige Entscheidung zur Sperrung war aber richtig“, sagt Kurdirektor Maik Fischer, der sich dabei auf ein mittlerweile vorliegendes statisches Gutachten beruft. Foto: PN
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Mittlerweile liegt nämlich ein statisches Gutachten vor. „Dieses hat ergeben, dass der untere Bereich der Außenwände des Kurtheaters durch Feuchtigkeit sehr stark angegriffen und nicht mehr tragfähig ist. Unter dieser Voraussetzung ist der weitere Betrieb des Gebäudes nicht mehr zulässig“, so Antje Tiede, Pressesprecherin des Niedersächsischen Finanzministeriums, das die Aufsicht über das landeseigene Unternehmen Staatsbad Pyrmont führt. Derzeit werde monatlich geprüft, ob provisorische Sicherungsmaßnahmen am Gebäude erforderlich seien. Bislang war das wohl noch nicht der Fall.

Ziemlich genau vor acht Wochen wurde bekannt, dass das 200 Jahre alte Kurtheater von heute auf morgen komplett gesperrt werden muss, weil bei Voruntersuchungen zur geplanten Sanierung Schäden und Schädlingsbefall an tragenden Balken der Fachwerkstruktur festgestellt wurden. „Aktuell werden auf Basis des vorliegenden Gutachtens genauere bautechnische Untersuchungen vorgenommen“, so die Ministeriumssprecherin. Und da das Kurtheater unter Denkmalschutz stehe, müssten alle Schritte auch mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden. „Ziel ist es, bis Jahresende 2018 eine grobe Aussage zu den Sanierungskosten zu haben.“ Ob es zu einer Sanierung oder zu einem Abriss und Neubau komme, stehe letztlich damit im Zusammenhang. „Insofern ist zunächst das baufachliche Gutachten abzuwarten“, sagte Tiede.

Für Kurdirektor Fischer, Geschäftsführer des Staatsbades, hat das Kurtheater höchste Priorität. Es werde mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Nicht nur weil das Gebäude ein Kleinod sei, sondern auch weil die Zeit drängt, denn das Konzerthaus, das vom Staatsbad neben der Wandelhalle als Alternative für Veranstaltungen genutzt wird, wird zurzeit aus Brandschutzgründen mit einer befristeten Betriebsgenehmigung geführt und muss spätestens 2012 saniert werden. Fielen beide Spielstätten zur selben Zeit aus, wäre das der Supergau. „Das wird nicht passieren“, versicherte Fischer, der nach eigener Auskunft anfangs eher für einen Neubau unter Beibehaltung der historischen Fassade war, sich aber mittlerweile habe sagen lassen, dass dies nicht unbedingt schneller gehen müsse. Aber nach wie vor gehe es um eine Sanierung und Modernisierung samt Umbau zu einem funktionalen Gebäude, nach Möglichkeit mit einem Foyervorbau samt einer kleinen Restauration für die Theaterbesucher. Es dürfe aber auf jeden Fall noch eine Weile dauern, bis die Entscheidungen gefällt und vor allem die Finanzierung steht, mit der sich unter anderen vor allem der Haushaltsausschuss des Landtages befassen muss.

Im Raum steht die Frage, warum es so weit gekommen ist. Nach Informationen dieser Zeitung war bereits in den 1980er Jahren bekannt, dass es Schäden an dem Gebäude gab. „Geschehen ist nichts“, sagte ein früherer Mitarbeiter des Staatsbades den PN.



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