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Lortzing lässt grüßen: arche-Kammermusik präsentiert mit „Ensemble Prisma“ musikalisches Highlight

Publikum schwelgt in Harmonie

Bad Pyrmont. Da konnte sich Albert Lortzing noch so bitter bei seinem Freund und Freimaurer-Bruder Philipp Jacob Düringer oder bei seinem Onkel über die Ignoranz der Intendanten, seine eklatant schlechte wirtschaftliche Situation und die Unordnung in den Wiener Theaterverhältnissen beklagen, es nützte ihm nichts. Er starb überarbeitet und hoch verschuldet in Berlin, doch nicht ohne der Nachwelt musikalische Werke zu hinterlassen, die auch dem Pyrmonter Publikum großes Vergnügen bereiteten. Dazu hatte die arche-Kammermusik ein ganz besonderes Highlight initiiert. Mit dem Programm „Lortzing lässt grüßen“ gastierte das renommierte „Ensemble Prisma“, das aus der jungen Deutschen Philharmonie hervorgegangen ist, in der Kurstadt, zusätzlich erweitert um die launige Lesung aus Briefen von Albert Lortzing durch den heimischen Schauspieler Jörg Schade.

veröffentlicht am 14.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Lortzings Verbindung zu Bad Pyrmont, wo er während seines Engagements am Detmolder Hoftheater von 1826 bis 1833 mit seiner Ehefrau Rosina Regina regelmäßig auftrat, dokumentierte sich bereits in der Wahl des Spielortes. Nicht wie üblich gab der Kleine Saal im Konzerthaus die Kulisse, die arche-Kammermusik zog in das damals neu errichtete Schauspielhaus, das heutige Kurtheater, um, in dem die Lortzings ihre gefeierten Auftritte boten und wo am 30. Juni 1832 auch sein Frühwerk „Yelva“ uraufgeführt wurde. Der Ruf Albert Lortzings als wichtigster Repräsentant der deutschen Spieloper wurde nun durch das „Ensemble Prisma“ hervorragend untermauert und durch die Transformation in die sogenannte „Harmoniemusik“ noch unterstrichen. Denn im Jahr 2006 bearbeitete Andreas N. Tarkmann Lortzings berühmteste Werke „Zar und Zimmermann“ sowie „Der Wildschütz“ nach diesem alten Prinzip, bei dem eine reine Bläserbesetzung ursprünglich im Orchester die „Harmonien“ stärken sollte. In Zeiten vor dem Radio und der CD konnten so ganze Opern mit ihren populären Gassenhauern in kleinen Bestzungen sowohl drinnen als auch draußen gespielt werden.

Schon mit der Ouvertüre zu „Zar und Zimmermann“ verbreitete das Oktett, bestehend aus Susanne Heilig und Florian Stubenvoll (Klarinette), Daniela Tessmann und Vera-Isabel Volz (Oboe), Uwe Tessmann und Fabian Borchers (Horn) sowie Bernhard Wesenick und Fabian Lachenmaier (Fagott) eine fröhliche Grundstimmung im Parkett, die mit der Harmoniemusik zu „Der Wildschütz“ munter fortgesetzt wurde. Die von Jörg Schade im Kostüm der damaligen Zeit mit Vehemenz vorgelesenen Briefe gaben zwischen den brillant interpretierten Musikstücken einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt eines Albert Lortzing mit allen Rückschlägen, jubelnden Erfolgen und ironischen Betrachtungen seiner Zeitgenossen, sodass dem Publikum ein heiterer Nachmittag garantiert war.

Das „Ensemble Prisma“ untermauerte im Kurtheater, der einstigen Wirkungsstätte Albert Lortzings, den Ruf des Komponisten als wichtigster Repräsentant der deutschen Spieloper. rr


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