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Welche Folgen die Parkplatzschließung hat

Polizei plant weitere Überwachungen am Hagener Berg

BAD PYRMONT. Die Sperrung des Parkplatzes am Hagener Berg, der den Streckenabschnitt hier erst zur tödlichen Showkurve machte, zeigt offenbar Wirkung. „Wir haben dort keinen Zuschauerauftrieb mehr“, sagt Bad Pyrmonts Polizeichef Manfred Hellmich. „Die Anzahl der Beschwerden wegen Lärmbelästigung ist zurückgegangen.“

veröffentlicht am 17.08.2018 um 21:10 Uhr

Eine beliebte Biker-Strecke ist der Hagener Berg noch immer. Aber nach dem Eindruck von Anwohnern und Polizei ist die Anzahl der Raser zurückgegangen. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Zudem fahren seine Mitarbeiter am Berg regelmäßig Streife und haben, insbesondere bei motorradtauglich schönem Wetter schon mehrfach Kontrollen durchgeführt. Dabei werden sie von einer Verfügungseinheit der Polizei Hameln unterstützt.

„Die bisherigen Kontrollen liefen ohne große Befunde“, erklärt der Erste Kriminalhauptkommissar weiter. Und er stellt in Aussicht: „Wir stielen weitere Überwachungen ein.“ Denn auf der Strecke seien nach wie vor viele Biker unterwegs. „Sie hat einen überregionalen Ruf“, sagt er mit Blick auf via Internet verbreitete Ausfahrt-Empfehlungen, aber auch Raser-Videos aus dem Weserbergland (wir berichteten).

Von baulichen Veränderungen, wie einige Pyrmonter sie nach den beiden tödlichen Krad-Unfällen am Pfingstsonntag und am 5. Juli gefordert hatten, hält Manfred Hellmich dagegen wenig. Für den Einbau etwa von Fahrbahnschwellen wäre die Polizei zwar ohnehin nicht zuständig. Aber der Beamte weiß aus Erfahrung: „Davon ist man abgekommen.“ Nicht zuletzt sei es schwierig, solche Instrumente der Verkehrsberuhigung auf Landstraßen wie der L 430 zu installieren.

Sinnvoller erscheint Hellmich das Aufstellen weiterer Schilder. Er glaubt: „Da kann man noch deutlichere Signale setzen.“ Allerdings: „Als der letzte tödliche Kradunfall hier passierte, standen noch die Grablichter vom Mai dort.“ Eine nachhaltig abschreckende Wirkung hätten offenbar nicht einmal sie erzielt.

Gerade die Risikogruppe unter den Bikern nimmt Schilder mit Überholverboten, Tempolimits oder Warnungen vor dem Unfallrisiko offenbar eher als Deko am Fahrbahnrand wahr. Diese jungen Kraftfahrer sind nach den einschlägigen Erfahrungen der Ordnungshüter somit bekanntlich ein sehr spezielle Zielgruppe. Zwar bringen laut Hellmich nur Wenige durch bewusst risikoreiches Verhalten sich und andere in Gefahr. „Aber die muss man im Blick haben“, sagt er. Eben deshalb halte die Polizei den Kontrolldruck am Berg aufrecht.

Und welche Eindrücke haben die bisher lärmgeplagten Hagener gewonnen? „Ich denke, es hat was gebracht“, sagt eine Anwohnerin der „Kurzen Breite“, jener Hagener Straße, die dem Ortsaufgang in Richtung Bad Pyrmont am nächsten liegt. „Der Lärm vor allem an den Wochenenden ging einem hier gehörig auf die Nerven“, schildert sie. „Aber ich habe den Eindruck, dass es weniger geworden ist, jetzt, wo der Parkplatz dicht ist und es die Showkurve nicht mehr gibt.“

Ihr selbst ist auf dem Nachhauseweg vor Jahren ein Motorrad ins Auto gefahren. Und von so manchem schweren Crash seither hat sie etwas mitbekommen, weil sie in der Nähe der Unfallstrecke lebt. Mit Blick auf all die Bilder im Kopf sagt sie: „Sowas vergisst man nicht.“



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