weather-image

AöR will mit Millionen-Investition den Starkregen in den Griff bekommen

Platz für 2000 Kubikmeter Wasser

Bad Pyrmont. Mit einer Investition in Höhe von 2,4 Millionen Euro will die für das Pyrmonter Kanalnetz zuständige Entsorgung Bad Pyrmont AöR die immer öfter auftretenden Wassermengen in den Griff bekommen, die bei Starkregen in die Kanalisation gelangen und Gullydeckel hochdrücken. Der Bau eines Stauraumkanals mit einem Fassungsvermögen von 2000 Kubikmetern ist eines der bislang teuersten Vorhaben der städtischen Gesellschaft.

veröffentlicht am 28.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

270_008_6977380_pn105_2802.jpg

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der 500 Meter lange und 8 Meter breite Kanal soll oberhalb des Übungsplatzes des Schäferhundevereins an der Saline in Richtung Klärwerk führen. Hier liegt bereits ein etwa 60 bis 70 Jahre alter Kanal mit einem Fassungsvermögen von 1400 Kubikmetern, der aber bei Starkregen das Oberflächenwasser nicht aufnehmen kann. Folge: Die überschüssigen Mengen aus dem Mischwasserkanal, der sowohl Schmutz- als auch Regenwasser führt, werden per Pumpwerk in die Emmer abgeschlagen. „Das ist erlaubt, aber dafür müssen wir eine Abwasserabgabe bezahlen, auch wenn das nur drei- bis viermal im Jahr passiert“, so Eberhard Weber, der die Stadt im AöR-Vorstand vertritt. „Diese Abgabe sparen wir durch den Stauwasserkanal künftig also ein.“ Abgesehen davon ist die Einleitung ökologisch nicht sinnvoll und – wie Webers Vorstandskollege Hans-Joachim Böhnke ergänzt – „nicht Stand der Technik“. Nach der Inbetriebnahme des neuen Stauraumkanals soll der alte Kanal saniert werden, damit dessen Kapazität auch weiterhin genutzt werden kann.

Die Überlegungen zum Bau des Kanals, dessen Planung ein Jahr in Anspruch genommen hat, beruhen auf hydrologischen Berechnungen aus dem Jahr 2012. „Gesetzlich verpflichtet sind wir dazu nicht, aber es macht Sinn“, so Weber, der zudem darauf hinweist, dass für die Investition auch EU-Fördermittel fließen. Der Kanal an der Saline ist ein weiterer Schritt der AöR zu Verbesserung der Situation. „Wir haben bereits größere Rohre in der Marienstraße und auch am Krippesiek, Ecke Schellenstraße. Wir sind schon ein ganzes Stück weiter.“

Mit dem Bau soll zwar erst Ende April, Anfang Mai begonnen werden, doch drei bis vier größere Bäume und eine Reihe von Hecken sind diese Woche wegen der ab 1. März beginnenden Brut- und Setzzeit bereits gefällt beziehungsweise geschnitten worden. Die ÄöR begibt sich hier in ein sensibles Gebiet. Es gelten nicht nur Natur- und Landschaftsschutz, sondern auch Heilquellenschutz, denn unmittelbar an der Trassenführung finden sich die Hufelandquelle II und die Wolfgangquelle II. „Darum sind die Arbeiten nicht nur mit der Unteren Naturschutzbehörde, sondern auch mit dem Staatsbad abgesprochen“, so Böhnke. Um die Gefahr eines Grund- oder Quellwassereintritts bei den Erdarbeiten zu vermeiden, wird der Graben für den Kanal mit einer speziell geformten Baggerschaufel immer nur wenige Meter geöffnet und nach Verlegen des Rohrs sofort wieder verschlossen. „Das ist ein schonendes und schnelleres Verfahren.“

Zur Vorbereitung der Arbeiten wurden an der Saline bereits einige Bäume gefällt und Hecken geschnitten.

uk



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt