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Architekt fühlt sich hingehalten

Pläne für das Hotel Keller

BAD PYRMONT. So still und schrecklich anzusehen schlummert das frühere Hotel Keller in der Brunnenstraße gar nicht so vor sich hin. Die in Köln lebende Eigentümerin hat den Pyrmonter Architekten Henning Feist mit einer Nutzungsänderung beauftragt. Doch der fühlt sich vom Bauamt seit August 2016 hingehalten.

veröffentlicht am 04.04.2017 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:39 Uhr

Erst durch den Architekten Dieter Feist war bekannt geworden, dass die Eigentümerin des früheren Hotels Keller Pläne für das Gebäude hat und der Bauverwaltung ein Bauantrag vorliegt. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Zuletzt war das Haus, das 1997 als Pension abgemeldet und seit gut 15 Jahren gar nicht mehr genutzt wird, in den Fokus der Nachbarn gerückt, weil eine marode Balkonbrüstung in den verwilderten Garten stürzte. Die Bauverwaltung sah laut Baudezernent Matthäus Schmidt Gefahr im Verzug und forderte die Eigentümerin auf, sich um das Haus zu kümmern. Eine Reaktion sei bislang ausgeblieben, sagte Schmidt am Dienstag.

Reagiert hat dafür Architekt Feist, der im Sommer vergangenen Jahres von der Eigentümerin beauftragt wurde, eine Nutzungsänderung zu beantragen. Vorerst für das Erdgeschoss. Dort sollte ursprünglich ein großes Ladengeschäfte eingerichtet werden. „Den Bauantrag habe ich am 22. August 2016 gestellt und dann erst einmal nichts mehr von der Stadt gehört“, berichtet er. „Nach acht Wochen habe ich angerufen, da hatte sich noch niemand die Pläne angeschaut. Dann habe ich mich immer wieder gemeldet, bis ich am 22. Dezember aufgefordert wurde, fehlende Unterlangen nachzureichen.“ Eine Sachbearbeiterin habe ihm gesagt, dass sie wegen zwei größerer Baumaßnahmen nicht dazu gekommen sei, sich um den Antrag zu kümmern.

„Eigentlich wollte die Eigentümerin bereits im Herbst mit den Arbeiten beginnen und sich auch um die Außenfassade kümmern. Sie hatte schon einen Mieter, der dort Teppiche verkaufen wollte“, so Feist. Doch wegen der Verzögerungen sei der wieder abgesprungen. Dafür hätten sich zwei andere Mieter gemeldet. Das habe die Situation geändert. Aus dem ursprünglich einem Laden sollten nun wieder, wie vorhanden, zwei kleinere werden – ein größerer für den Verkauf von Mode, ein kleinerer für Obst und Gemüse. Die oberen Etagen sollen vorerst nicht genutzt werden. Feist stellte am 21. Februar einen geänderten Antrag und bat die Verwaltung, die bisherigen Pläne auszutauschen. „Seitdem habe ich dreimal dort angerufen, zum letzten Mal am Donnerstag vergangener Woche, aber ich werde immer wieder vertröstet.“

Baudezernent Schmidt räumt ein, dass die Zeit zwischen Bauantrag und der Aufforderung, Unterlagen nachzureichen, zu lang gewesen sei und begründet das mit der personellen schwierigen Situation der Bauaufsicht, die einfach „zu schwach“ aufgestellt sei. Für die Abteilung wurde im vergangenen Jahr eine neue Vollzeitstelle geschaffen und besetzt. Aktuell befindet sich der Bauantrag laut Schmidt im normalen Prüfverfahren, und das habe erst am 22. Februar mit der Änderung der Pläne begonnen. „So ein Verfahren kann förmlich erst gestartet werden, wenn alle Unterlagen prüffähig vorliegen. Fehlt etwas, wird nicht geprüft.“

Der Baudezernent betont, dass es der Bauaufsicht nicht bekannt sei, dass die Eigentümerin sich um die Entwicklung des gesamten Haus kümmern wolle. Das dürfe man nicht mit dem Bauantrag vermischen. „Ich würde es natürlich sehr begrüßen, wenn das gesamte Haus so hergestellt wird, dass keine Gefahr mehr davon ausgeht, denn dass es verwahrlost ist, ist ein Fakt“, betont er. „Es gibt nun einmal ein Gefährdungspotenzial im 1. Obergeschoss, wie der abgebrochenen Balkon zeigt.“

Wünschenswert sei es, dass Bauanträge grundsätzlich innerhalb von drei Monaten abgearbeitet werden, so Schmidt. Dass es möglicherweise schneller geht, dabei soll eine 30 000 Euro teure Software helfen, die mit ziemlicher Verspätung nun Anfang Mai eingesetzt werden soll. „Damit bringen wir uns digital auf den Stand der Dinge, aber das wird nicht die Person ersetzten, die sich um die Bearbeitung kümmert“, warnt der Baudezernent vor zu großen Erwartungen an die neue Software.

Für ihn sei der Bauantrag eigentlich keine große Sache, sagt Feist. „Andere Bauämter haben so etwas nach längstens acht Wochen erledigt.“

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