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Spirituelle Impulse im Kurpark

Pilgern unter Pyrmonts Palmen

BAD PYRMONT. Im Vergleich zum Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Nordspanien ist der Pilgerpfad im Pyrmonter Kurpark eher „Pilgern light“, sagt Pastorin Birgit Löhmann. Aber die Tour erweist sich als spirituelles Erlebnis.

veröffentlicht am 07.09.2018 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 07.09.2018 um 20:20 Uhr

Die Pilger im Kurpark. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Mehr als 30 Teilnehmer finden sich am Brandenburger Tor ein, um „sich auf den Weg zu machen“. Das nämlich bedeutet „pilgern“. Und wie auf dem großen Pilgerweg geht es darum, zur Ruhe zu kommen, bei sich zu bleiben. Mit einigen Erklärungen startet Löhmann die etwa anderthalbstündige Tour, der Tross bewegt sich gemessenen Schrittes und schweigend in Richtung des ersten Haltepunktes. Zu schweigen, so die Pastorin, sei eine wesentliche Voraussetzung, um bewusster zu gehen, Geräusche, Gerüche und die Natur ringsherum ganz anders wahrzunehmen.

Das langsame Tempo und der Zauber der Halte- oder Besinnungspunkte wirkt tatsächlich – es führt bald zu einer spürbaren inneren Einkehr. So heißt der erste Haltepunkt auch „stiller Winkel“, und Löhmann weist auf die mehrere Wege hin, die von dort abgehen, „wie im Leben, wo auch man an einen Kreuzungspunkt gelangt, von dem es in verschiedenen Richtungen weitergehen kann“.

Der Haltepunkt am Malerblick steht unter der Bezeichnung „Weite spüren“, was nach dem dicht bewachsenen ersten Haltepunkt augenfällig ist und so seine ganz eigene Wirkung entfaltet. Mit kurzen Gebetssequenzen, Verweisen auf die buddhistischen Lehren und philosophische Bezüge verleiht Pastorin Löhmann den einzelnen Besinnungspunkten eine jeweils ganz eigene Aura. Im asiatischen Refugium lässt sich die „Stille hören“, im Birkenhäuschen öffnen sich Landschaftsfenster, beim Teehaus können die Pilger ganz meditativ „Atem und Körper wahrnehmen“. Acht Besinnungspunkte mit sehr unterschiedlichen Themen lassen den Kurpark ganz anders erscheinen als bei einem normalen Spaziergang, denn die äußeren Eindrücke werden viel intensiver mit der eigenen Körper- und Sinneswahrnehmung verbunden. Es entsteht ein komplexer Zustand, der teilweise an die Wirkung von Entspannungsübungen, Yoga oder autogenem Training erinnert, je nachdem, wie weit der Mensch bereit ist, sich darauf einzulassen. Jeder kann diesen Weg, der durch Schilder mit dem Pyrmonter Ankerkreuz und einem Wassertropfen gekennzeichnet ist, alleine begehen, doch ist das Erlebnis bei einer geführten Pilgerreise und durch die spirituellen Impulse wohl ungleich stärker.



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