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Verblüffen, begeistern, verzaubern: Die Akteure des Kleinen Festes können all das

Picknick und Pointenschlacht

Bad Pyrmont. Kaum war die letzte Rakete gezündet, der letzte Musikton zur fantastischen Choreografie des Feuerwerks verklungen, da kam der Regen. Dem Programm des Kleinen Festes konnte er nichts mehr anhaben, das war zu der Zeit schon gelaufen. Es hat die Besucher begeistert, wie aus den Gesprächsfetzen zu hören war, als die 3000 Zuschauer zum Kurparkausgang strömten.

veröffentlicht am 04.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger und Carlhermann Schmitt
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Viele von ihnen kamen aus anderen Städten, manche sogar aus anderen Ländern. So wie Joshua (11), der in Hawaii lebt und gemeinsam mit seiner Mutter gerade zu Besuch bei seiner Oma in Bad Pyrmont war. Viele Besucher nutzten das einzigartige Spektakel in Kurpark für ein Picknick. Eine Familie aus Hannover zog mit einem Bollerwagen von Bühne zu Bühne. „Im Kurpark ist es nicht so weitläufig wie in Herrenhausen, außerdem kommt man leichter an Karten, deswegen sind wir schon zum vierten Male hier“, erzählten sie.

Wer von den 40 Künstlern und Artisten aus elf Nationen in der Gunst des Publikums ganz vorn lag, war der Stärke des Beifalls zu entnehmen, als Harald Böhlmann, Erfinder und Regisseur des Kleinen Festes, zum Finale noch einmal alle auf der Bühne an der Palaiswiese versammelte. Einige Akteure genießen in der Kurstadt schon einen guten Ruf. So wie „Helge und das Udo“, ein schon aus den Vorjahren bekanntes Duo, witzig, originell und schlagfertig. Helge Thun und Udo Zepezauer rappten auf Platt, imitierten Tierstimmen und -gebärden und spielten einen Sketch, bei dem jedes Wort mit dem Buchstaben U anfing – unglaublich ulkig!

Beim 13. Pyrmonter Kleinkunstfestival im ausverkauften Kurpark zeigte sich einmal mehr, was schon in den vergangenen Sommern Trend war: Artistik gepaart mit Comedy ist der Publikumsrenner. Bestes Beispiel gaben Gummimensch Barto aus Belgien und das Duo ComicCasa. Beide garnierten ihre akrobatischen Fähigkeiten mit verrückten Elementen, wie Pömpel um Jonglieren oder Kleiderbügel zum Durchzwängen. Noch heftiger indes strapazierte die rosarote Kiki Bitovabitch die Lachmuskeln ihrer Zuschauer und die Gutmütigkeit ihrer beiden Mitspieler Patrick und Philipp, die sie sich für ihre Suche nach der großen Liebe aus dem Publikum holte.

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Kiki brachte ihre Mitspieler mit schrägen Accessoires in Verlegenheit und die Zuschauer zum Lachen. Hei

Auf Mitspieler aus den Zuschauerreihen setzten viele Darsteller. Auch Geigenvirtuose Sid Bowfin, der immer wieder vergeblich versuchte, sein Instrument und das Publikum in den Griff zu kriegen. „Für die nächsten vier Stunden müsst ihr euch klassische Musik anhören, danach gibt es ein Wunschkonzert“, versprach er seinen Zuhörern.

Ein gelungenes Beispiel für leise, poetische Clownerie gab der Italiener Mauro Grassi. Seine Geschichte eines alternden Clowns, der sich nach seiner Liebsten sehnt und dabei mit den Tücken seines einsamen Alltags kämpft, kommt ohne schrille Effekte aus. Beim Magier Topas waren aber genau den Kern der Show.

Warum es bei Zauberei immer nur ums falsch Sehen und dumm Gucken gehen muss, hat er hinterfragt und die Gäste hinters Licht geführt. Er rockte mit seinen Karten und schepperte mit seinen Händen. Frei nach dem Motto „das Auge hört auch mit“ übersetzte er Klänge in die Bildsprache und brachte sein Publikum weniger zum andächtigen Staunen als zum entfesselten Lachen. Die große Kunst der Eigenjonglage beherrschten die fünf Akrobaten von „Cirq’ulation Locale“, die mit ihrer Trampolinnummer als alle Regeln der Schwerkraft zu brechen schienen. Ebenso schien der Japaner Cheeky auf seinem Einrad mit Partnerin Daiki die Gravitation an der Nase herum zu führen. Zwischen den Bühnen fanden sich zudem im Park fantastische Gestalten in schrillen Kostümen, sogenannte Walking Acts, die umherwandelten und den Zuschauern keine Sekunde Pause in Normalität gönnten.

Die Geige hat er im Griff, nur die verrückte Mimik von Sid Bowfin war weniger klassisch. Vielleicht war es deshalb einer der Publikumslieblinge. yt



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