weather-image
16°
Stücke von Schubert und Rachmaninov

Pianist Timur Gasratov: Klaviergewitter im Konzerthaus

BAD PYRMONT. Bereits zum dritten Mal gastierte der junge ukrainische Pianist Timur Gasratov am Samstagnachmittag im kleinen Saal des Konzerthauses, und viele der zahlreichen Zuhörer hatten noch gut seine früheren hochpräzisen und wuchtigen Auftritte im Gedächtnis. Was nunmehr in der Erinnerung bleibt, ist eine Kaskade technisch brillanter Ausbrüche auf dem Blüthner-Flügel, in die sich Gasratov förmlich hineinstürzte.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 18:03 Uhr

Timur Gasratov Foto: ar
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Lyrische Gegensätze – die Meister der Melodie“ hatte der Solist den Nachmittag betitelt, und er galt den beiden Komponisten der Romantik Franz Schubert und Sergei Rachmaninov. Die Klaviersonate Nr. 20 A-Dur D 959 von Franz Schubert ist dessen vorletztes Werk aus seinem Todesjahr 1828. Mit ihr, die bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts als vernachlässigbar angesehen wurde, begann Timur Gasratov sein Programm.

Heutzutage gilt die Sonate als eine von Schuberts ganz großen Werken, und sie gehört aufgrund ihrer strukturellen Elemente, ihrer Melodik und ihrer Harmonie-Elemente zu einem „Zyklus aus drei Klaviersonaten“, entstanden in Schuberts letzten Lebensmonaten. Die melodiöse Ausprägung interpretierte Gasratov mit leichtestem Anschlag im ersten Satz über dynamische Spannung mit einem furiosen Mittelteil bis hin zu rasenden Läufen und sprunghafter Fingerartistik im vierten Satz. Diese technische Brillanz überstrahlte gelegentlich jene Innigkeit und Intimität, wie sie der „Valse-Caprice Nr. 6 – nach Franz Schubert“ von Franz Liszt eigentlich fordert, und sie war zu Recht am Platze beim „Scherzo aus: Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Bearbeitung von Sergei Rachmaninov. Hier passte die schwerelose Leichtigkeit Gasratovs perfekt. Das Publikum reagierte mit viel Beifall, hatte jedoch Gewöhnungsbedarf bei dem dramatischen Lautstärkepegel, der sich ebenfalls bei der „b-moll Sonate Nr. 2 op. 36“ von Sergei Rachmaninov zeigte. Dieses eigentlich 1913 in Rom und Berlin komponierte und im Jahre 1931 zur endgütigen Version überarbeitete Stück mutet im Gesamteindruck recht amerikanisch an und vibriert fast vor Kraft und Dramatik. Damit kam es einem Solisten wie Timur Gasratov sicherlich sehr entgegen, der darin eine Plattform für expressiven Ausdruck und wahre Explosivität fand.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt