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Unternehmen bleibt auf Wachstumskurs

Phoenix legt 3,2 Prozent zu

BAD PYRMONT/BLOMBERG. Phoenix Contact ist weiter auf Wachstumskurs. 2016 hat das Unternehmen in allen Bereichen einen Umsatzzuwachs von 3,2 Prozent auf 1,977 Milliarden Euro generiert. Das hat der Vorsitzende der Geschäftsführung, Frank Stührenberg, am Donnerstag berichtet.

veröffentlicht am 13.04.2017 um 13:21 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

Demonstrationsobjekt: Phoenix-Chef Frank Stührenberg zeigt einen Systembaukasten aus den klassischen Produkten des Unternehmens. „Wir haben den Anspruch, das komplette Portfolio der Industrieelektronik anbieten zu können.“ Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das sei kein schlechtes Ergebnis, aber das geplante Ziel von sechs Prozent sei, auch bedingt durch Wechselkurseffekte, nicht erreicht worden. Weltweit wurden 500 neue Mitarbeiter eingestellt.

Eine Viertel seines Umsatzes erzielt das Unternehmen in Deutschland, drei Viertel an den internationalen Märkten. „In Italien, Russland und Indien konnten wir sogar Umsatzzuwächse zwischen 12 und 17 Prozent erzielen“, so Stührenberg, der auch auf das laufende Jahr sehr optimistisch blickt. „Im letzten Quartal 2016 entwickelte sich ein Menge Dynamik, die wir mit in das neue Jahr genommen haben“, so der Phoenix-Chef, der fest davon ausgeht, dass die Gruppe im laufenden Jahr die 2-Milliarden-Euro-Marke überschreiten wird, die eigentlich schon 2016 geknackt werden sollte. Geplant sei ein Umsatzwachstum von rund 6,5 Prozent. Gestartet sei man im ersten Quartal mit einem Plus von über 12 Prozent. Zum Gewinn des zu 100 Prozent in Privateigentum befindlichen Unternehmens äußerte sich Stührenberg traditionell nicht, bewertete ihn aber als zufriedenstellend. 150 Millionen Euro des verdienten Geldes investierte der Hersteller von Industrieelektronik in den Ausbau der Unternehmensgruppe, für die mittlerweile 15000 Beschäftigte arbeiten.

Weitere 150 Millionen Euro sollen in diesem Jahr in den nationalen und internationalen Ausbau investiert werden, zum Beispiel 4 Millionen Euro in Blomberg, wo das Prüflabor und Zertifizierungsinstitut für technische Produkte von „Phoenix Testlab“ auf 4000 Quadreatmeter verdoppelt wird.

Das Tochterunternehmen „Phoenix Contact E-Mobility“ bescherte der Gruppe laut Stührenberg sogar ein Umwachsplus von 70 Prozent. Der Manager verspricht sich dementsprechend sehr viel vom Geschäft mit der Elektromobilität: „Da gibt es aktuell enorme Entwicklungsprojekte, das geht gerade erst richtig los.“ Aber auch mit digitalen Lösungen habe deutliches Entwicklungspotenzial. Man wolle das komplette Portfolio anbieten können, so der Anspruch. Auf der Hannover Messe wird Phoenix Contact eine Steuerungsplattform vorstellen, die auf offen zugänglicher (Open Source) Software basiert. „Das ist ein Paradigmenwechsel in der Steuerungstechnik“, bewertet der Betriebswirt diese technische Innovation. 1200 Gäste habe man zur Messe eingeladen.

Zu den Investitionen zählen zunehmend Unternehmensbeteiligungen. Anfang April wurde die Maurel Netzleittechnik aus Velbert zu 100 Prozent übernommen, ganz aktuell kam die taiwanesische Etherwan System Inc. dazu, ein Spezialist für Ethernet-Kommunikationstechnik in der Automation mit einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Euro. Beide Zukäufe haben laut Stührenberg auch Bedeutung für den Standort Bad Pyrmont. Für 30 Millionen Euro entstand hier das neue „Solution Center“ in Bad Pyrmont, das am 5. Mai in Anwesenheit des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) offiziell eingeweiht wird. Bis zu 600 Ingenieure, Techniker, Mechatroniker und andere Automatisierungsspezialisten sollen hier an Lösungen für industrielle Aufgaben arbeiten, unter anderem eben auch an der Vernetzung von Fertigungs- und Geschäftsprozessen. „In Bad Pyrmont bildet sich dadurch ein sehr bedeutsames Kompetenzzentrum“, beschreibt Stührenberg die Perspektive des Werkes, das sich als Phoenix-Elektronikstandort etabliert hat. Ergänzt wird das Solution Center mit den bislang größten Ausstellungsräumen der Gruppe für interne Messen.

Eine noch junge Tochter ist die Venture-Capital-Gesellschaft, die in Start-up-Unternehmen mit einem Bezug zu den von Phoenix bearbeiteten Märkten investiert. Darunter ist auch ein junges Unternehmen, das von Mitarbeitern aus den eigenen Reihen initiiert wurde. Über eine Web-Plattform können Kunden nach eigenen Plänen 3-D-Drucke bestellen – egal ob Golfball oder Maschinenteil.

„Unseren Weg, eigene Produkte zu entwickeln, werden wir trotzdem nicht einen Millimeter verlassen“, betont Stührenberg. „Unser Kerngeschäft hat noch über Jahrzehnte enormes Wachstum. Die Märkte bieten dafür alle Voraussetzungen, und eigentlich können wir uns das Geschäft nur selbst vermasseln.“

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