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CDU-Politikerin sollte Auskunft über Schritte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung geben

Petra Joumaah verärgert Seniorenbeirat

BAD PYRMONT. Verärgerung hat die CDU-Landtagsabgeordnete Petra Joumaah beim Pyrmonter Seniorenbeirat hinterlassen. Sie sollte als Vorsitzende der Enquetekommission „Medizinische Versorgung“ berichten, welche Schritte die Politik unternehmen will, um die ärztliche Versorgung im Land zu verbessern. Doch was sie ablieferte, enttäuschte die gut besuchte Versammlung.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 12:25 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 20:30 Uhr

Die Enttäuschung über den Beitrag von Petra Joumaah (li.) ist Annegret Webel ins Gesicht geschrieben. Foto: rr

Autor:

Rudi Rudolph und Hans-Ulrich Kilian
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Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Annegret Webel, geriet bei der Delegiertenversammlung zeitweise richtig in Rage. Denn auf der Tagesordnung stand ein Thema, das nicht nur für ältere Bürgerinnen und Bürger von Interesse ist. Es ging um die ärztliche Versorgung in Bad Pyrmont, festgemacht am Fehlen eines Augenarztes und der hausärztlichen Unterversorgung in der Region. Und es ging gleichermaßen um den Pflegenotstand in Heimen und Residenzen, denn aus den Pflegeeinrichtungen kommen alarmierende Signale. Dem Pflegebedarf könne man kaum noch gerecht werden, weil es immer schwieriger werde, ausreichend und qualifiziertes Personal zu bekommen, so Webel. Sie zitierte einen Heimleiter, der die Lage geradezu als „explosiv“ bezeichnete. Probleme hätten auch die Pflegedienste, die mitunter nicht einmal den Bedarf an ambulanter Pflege abdecken könnten.

Eindringlich wies Webel darauf hin, dass in Bad Pyrmont in Sachen fachärztlicher Versorgung ein negativer Trend herrsche. Ersatzlose Schließung von Facharztpraxen, wie die HNO-Praxis in Pyrmont, kein dringend benötigter Augenarzt für die Stadt und dagegen das Argument der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, dass angeblich eine 125-prozentige Augenarztüberversorgung im Landkreis bestehe. Die aus dem Jahre 2013 stammende Reform der Bedarfsplanung für eine bessere flächendeckende und wohnortnahe Versorgung unter Berücksichtigung des Demografiefaktors sei in Bad Pyrmont nicht angekommen. Die Kritik brachte ihr im voll besetzten Ratssaal viel Beifall ein. Es waren nicht nur Delegierte des Beirats gekommen, sondern auch viele, die sich einfach für das Thema interessierten.

Ihr sei bekannt, dass nicht eine Seite alleine alle diese Probleme lösen könne, machte die Vorsitzende im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass sie mit den Begebenheiten vertraut sei. Die Landtagsabgeordnete habe sie eingeladen, weil dies ihr Thema sei und sie Vorsitzende der vor über einem Jahr vom Landtag einberufenen Enquetekommission ist, die die ambulante und stationäre medizinische Versorgung in Niedersachsen sichern soll, und zwar qualitativ hochwertig und wohnortnah.

„Uns war klar, dass Frau Joumaah keine Lösung vorstellen konnte, aber alles, was sie berichtete, ist hinlänglich bekannt und kann man auch im Internet nachlesen“, so die Vorsitzende des Beirats, die sich sehr enttäuscht von dem Auftritt zeigte, weil keine konkreten Aussagen über die Schritte der Politik zur Verbesserung der Situation zu hören gewesen seien.

Die CDU-Abgeordnete hatte ausführlich die bekannten Probleme skizziert und die Einschätzung Webels diesbezüglich bestätigt. Es sei aber sehr schwierig, das zu ändern. „Wir haben vor einem Jahr eine Petition an die Kassenärztliche Vereinigung und an die Politik gegeben, und ich finde es unmöglich, dass bisher darauf nicht reagiert wurde“, wandte die ein. „Es muss in naher Zukunft etwas geschehen, und das sollen Sie in Ihre Kommission mitnehmen.“

Das Versprechen Joumaahs, es werde aus dieser Kommission Veränderungen, Verordnungen oder gar Gesetze geben, nahm niemand in der Versammlung so richtig ernst, Verärgerung und sogar Empörung wurden deutlich. „Die Kommission hat sich erst vor einem Jahr gegründet, aber die Probleme sind schon viel länger bekannt“, hieß es.



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