weather-image
16°

Rat bewilligt 13,5 Millionen Euro einstimmig – funktionale Ausschreibung folgt

Perfekt: Gymnasium wird neu gebaut

Bad Pyrmont. Der Neubau des Pyrmonter Humboldt-Gymnasiums ist in trockenen Tüchern. Nach dem Bauausschuss hat jetzt auch der Rat das Vorhaben einstimmig beschlossen und dafür 13,5 Millionen Euro bewilligt. Adelheid Ebbinghaus (Bürgersinn) sprach von einem historischen Moment: „Einen Neubau dieses Volumens werden wir nicht oft erleben.“

veröffentlicht am 24.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

270_008_7709679_pn190_2504_5sp_jl_Humboldt_0019.jpg
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

Autor

Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dass die Stadt in den kommenden Jahren den Gürtel ganz eng schnallen muss, wenn es um weitere Investitionen geht, ist indes fast allen Fraktionen bewusst. „Aber wofür Schulden, wenn nicht für die Zukunft unserer Kinder“, fragte Klaus Muchow eher rhetorisch in die Runde. Der Grünen-Fraktionschef bedauerte jedoch, dass trotz der Summe von 13,5 Millionen Euro keine Voltaikanlage auf dem Dach des neuen Gymnasiums errichtet werden soll. Seine Ratskollegen forderte er auf, „jetzt den Handwerkern das Feld zu überlassen und sich nicht einzumischen“.

Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) nannte den einmütigen Ratsentscheid „einen großen Schritt zur Sicherung des Bildungsstandortes Bad Pyrmont“, der die Badestadt insbesondere vor dem Hintergrund der Schulkonkurrenz benachbarter Städte zukunftssicher mache. Der Schuldenstand pro Einwohner werde sich zwar verdoppeln, „aber es bleibt uns nichts anderes übrig“, sagte der Verwaltungschef. Da noch niemand wisse, wie das neue Gymnasium aussehen wird, sprach Blome von einem Zwischenschritt. „Die Arbeit geht jetzt erst los“, sagte der Bürgermeister. Denn nun könne mit der funktionalen Ausschreibung begonnen werden.

Doch bevor der Rat sein einmütiges Votum zum Schulneubau abgeben und eine schier unendliche Geschichte zum einvernehmlichen Abschluss bringen konnte, war noch einmal eine hitzige Debatte um die Fehler der vergangenen sieben Jahre entbrannt. „2007 fassten wir einen Beschluss zur Sanierung des Humboldt-Gymnasiums für 2,5 Millionen Euro. Bald war klar, für 2,5 Millionen ist es nicht einmal möglich, einen Block zu sanieren, es werden mindestens sechs bis sieben Millionen benötigt“, begann Heike Beckord ihre „Abrech-nung“ mit dem politischen Gegner, der CDU. Und die SPD-Fraktionsvorsitzende fügte hinzu: „Die Mehrheit hier im Rat hat nichts unversucht gelassen, um Beschlüsse, die das Gymnasium betreffen, zu torpedieren. Dies ging sogar bis zu geschäftsschädigendem Verhalten den Planern gegenüber.“ Bis in die letzten Wochen hinein seien aus Reihen der CDU Stimmen zu hören gewesen, ob nicht angesichts der gigantischen Investitionssumme doch eine Gebäudesanierung sinnvoller wäre. Doch Beckord übte auch Selbstkritik: „Bei dem Thema Humboldt-Gymnasium hat sich die Politik ganz gewiss nicht mit Ruhm bekleckert. Auf dem Rücken der Kinder und des Kollegiums, die eine marode Schule besuchen mussten.“

Körtner: „Neubau und Schulträgerschaft

untrennbar verbunden“

Sodann richtete die SPD-Politikerin den Blick nach vorn, denn mit dem Neubau sei ein „wichtiger und richtiger Grundstein“ für den Erhalt und die Stärkung des Gymnasialstandortes gelegt worden. „Ein wichtiges Argument, damit junge Menschen nach Bad Pyrmont ziehen und unsere Unternehmen die immer rarer werdenden Fachkräfte bekommen“, sagte Beckord. Dennoch warnte sie davor, die Augen vor einer sich verändernden Gesellschaft, der Konkurrenz in anderen Städten und dem demografischen Wandel zu verschließen. „Wir müssen bessere Angebote machen, eine bessere Schule haben, dann haben wir auch das, was eine gute Schule braucht: Schüler“, meinte Beckord und begründete angesichts drohender sinkender Schülerzahlen noch einmal den Prüfauftrag der SPD an die Verwaltung, zu ergründen, was die Abgabe der Schulträgerschaft an den Landkreis Hameln-Pyrmont für finanzielle Auswirkungen hätte. Und in Richtung Ursula Körtner (CDU) sagte Beckord: „Wenn die Kollegin damit argumentiert, der Landkreis würde die Schule schließen, dann frage ich sie: Warum sollte jemand eine gute neue Schule, die gute Schülerzahlen und ein gutes Angebot hat, schließen wollen?“ Das sei ein Schüren von Ängsten bei Lehrern, Eltern und Schülern und „unredlich“.

Die Christdemokratin wies diesen Vorwurf als „naiv“ zurück. Vom Landkreis gebe es bislang weder eine mündliche noch eine schriftliche Zusage zum Erhalt des Schulstandortes Bad Pyrmont. Und noch einmal unterstrich die Fraktionschefin mit aller Entschiedenheit, dass die CDU keinen Gedanken daran verschwende, das Gymnasium an den Landkreis abzugeben: „Neubau und Schulträgerschaft sind untrennbar miteinander verbunden.“

Körtner wehrte sich auch gegen die Behauptung der Opposition, dass „dieser dicke Brocken“ künftig erfordere, den Gürtel enger zu schnallen. „Das führt zu einer Unwucht in der öffentlichen Wahrnehmung“, sagte sie und unterstrich: „Das suggeriert: Jetzt machen wir den Neubau und schon gehen wir am Bettelstab. So ist es nicht.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?