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Alter Safe fürs neue Stadtarchiv

Panzerschrank „geknackt“

BAD PYRMONT. Als Dr. Dieter Alfter als Stadtarchivar seinen Dienst im neuen Stadtarchiv antrat, da übernahm er auch einen betagten Panzerschrank. Doch alle Versuche, das gut 120 Jahre alte und vermutlich tonnenschwere Möbel zu öffnen, scheiterten. Das ist erst jetzt dank der Hilfe eines Experten gelungen.

veröffentlicht am 27.06.2017 um 14:25 Uhr
aktualisiert am 27.06.2017 um 15:20 Uhr

Stadtarchivar Dr. Dieter Alfter vor dem geöffneten Panzerschrank. Der Riegelmechanismus des vermutlich tonnenschweren Möbels ist beeindruckend. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

Autor

Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Stadtkasse residierte einst in dem Gebäude und bewahrte in dem Safe der renommierten Firma „Bode & Troue“ aus Hannover Bargeld und wichtige Dokumente auf. Alfter war natürlich neugierig, ob sich noch etwas hinter den dicken Türen des Museumsstücks verbarg. Vier verschiedene Schlüssel gibt es, alle sind vorhanden und passen haargenau in die vier Schlüssellöcher.

Trotzdem gaben die Türen keinen Millimeter nach. Ein Mitarbeiter der Firma Bode Tresore aus Hannover wusste schließlich warum. Nicht der Schließmechanismus klemmte, sondern die Türen waren mit Farbe verklebt. Irgendwann musste sich jemand daran gemacht haben, die Front zu verschönern. Damit war die Öffnung kein Problem mehr.

Doch im Innern des riesigen Panzerschranks gähnte klaffende Leere. „Nicht einmal ein Butterbrot des damaligen Kämmerers lag daran“, schmunzelt Alfter, der sich noch gut an seine erste Begegnung mit dem Safe bei seinem Dienstantritt als Museumsleiter in Bad Pyrmont im Jahr 1984 erinnert kann, denn damals bewahrte die Stadt den wertvollen Brunnenfund hier auf, den Alfter ans Tageslicht holte und dafür sorgte, dass die etwa 250 überwiegend römischen Gewandfibeln im Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Jetzt, wo der alte Panzerschrank geöffnet wurde, kann der Stadtarchivar wertvolle Dokumente darin unterbringen. Zum Beispiel die einzigartigen Pyrmonter Salbücher mit einer Übersicht über das Grundvermögen, die einst als Grundlage für die Besteuerung der Pyrmonter Landwirte dienten. Und auch ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ ist jetzt hier sicher untergebracht.

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