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Bande stiehlt auch einen Tresor in Bad Pyrmont / Sechs Verdächtige ab Montag vor Gericht

Panzerknacker reisen aus dem Ausland an

Bad Pyrmont / Hameln / Hannover. Die Männer reisten aus dem Ausland an. Sie hatten nur ein Ziel: Wohnungen plündern und Tresore knacken. Unterschlupf fanden sie bei Kumpanen aus ihrer Heimat, die in Deutschland leben. Ab Montag steht ein Teil der Bande in Hannover vor Gericht.

veröffentlicht am 13.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:37 Uhr

Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ismail C. (69) soll „der Schweißer“ sein – ein echter Schränker. Handwerklich geschickt, vor allem, wenn es um das Knacken von Safes geht. Auf seinen Namen war auch der Fiat-Lieferwagen mit H-Kennzeichen angemeldet, der am Abend des 14. Dezember 2013 auf der Pyrmonter Straße in Hameln gestoppt wurde. In dem Auto lag ein ungeöffneter Standtresor, der kurz zuvor aus einem Einfamilienhaus an der Heinrich-Thermann-Straße in Bad Pyrmont gestohlen worden war. Die Einbrecher hatten ihn in einem begehbaren Kleiderschrank entdeckt und abtransportiert. Die Hausbewohner waren am Tag zuvor zu einer Fahrt nach Süddeutschland aufgebrochen.

Es sollen drei Täter am Werk gewesen sein. Mit einem Blumenkübel hatten sie das Glas einer Terrassentür eingeschlagen und waren durch das Loch geschlüpft. 510 Euro in bar und der Panzerschrank – das war ihre Beute. Dumm nur, dass die Hamelner Polizei an diesem Sonntagabend gegen 22 Uhr auf der Pyrmonter Straße eine Verkehrskontrolle machte. Die Insassen des Fiat versuchten, zu flüchten. Weil sie sich in Hameln nicht auskannten, bogen sie jedoch in eine Sackgasse ab. Zwei Männer flüchteten seinerzeit zu Fuß in unterschiedliche Richtungen. Der Fahrer konnte entkommen. Beifahrer Klothian H. wurde jedoch geschnappt. Der 34-Jährige sagte aus, dass er und ein Bekannter den am Straßenrand abgestellten Safe lediglich eingeladen hätten. Den Einbruch habe ein anderer Mann begangen. Klothian H. steht nicht auf der Liste der Angeklagten. Gerichtssprecher Dr. Martin Grote sagt, dieser Verdächtige sei „gesondert verfolgt worden“, wie es im Juristendeutsch heißt.

Die Panzerknacker trieben überregional ihr Unwesen. Besonders viele Tatorte, die ihnen zugeschrieben werden, gibt es in Cuxhaven. Aber auch in Hannover sollen sie tätig geworden sein. In Hotels, Geschäfts- und Einfamilienhäusern suchten die Männer nach Beute.

Laut Anklage sollen Ismail C. (69), Bahtir J. (56), Bedzet B. (47), Ilir L. (39), Dzevdet J. (38) und Semir J. (51) die Straftaten in der Zeit von Dezember 2013 bis Juni 2014 begangen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es gemischte Teams und Arbeitsteilung gegeben hat. Zwei Angeklagte sollen für den Absatz der Beute verantwortlich und Ismail C. „der Schweißer“ gewesen sein. Die übrigen mutmaßlichen Komplizen sollen fürs Grobe zuständig gewesen sein. Sie hätten Einbruchs- und Transportarbeiten verrichtet, glauben die Sicherheitsbehörden. Bei den Beutezügen seien „Gegenstände im Wert von mehr als 104 000 Euro erbeutet“ worden, berichtet Richter Dr. Grote.

Die Angeklagten lassen sich von zwölf Rechtsanwälten verteidigen. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl zur Last gelegt. Am Montag um 13 Uhr nimmt die 19. Große Strafkammer im Saal 127 ihre Arbeit auf. Das Landgericht Hannover hat 20 Verhandlungstage angesetzt. Erst am 31. März sollen die Urteile gesprochen werden.



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