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So herzlich haben sich die Pyrmonts Stadtkirchen-Gemeinde und ihre Kantorei von Hyun-Soo Park verabschiedet

Ovationen und warme Worte nach einer beglückenden Zeit

Bad Pyrmont (Hei). Es war ein Abschied mit Wucht, aber auch mit Andacht. Nachdem der Kantor und Organist der Stadtkirche, Hyun-Soo Park, seinen Chor zum letzten Mal mit der Jazz-Motette „Jubilate“ und dem Mendelssohn-Lied „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ dirigiert hatte, zeigte er an „seiner“ Orgel mit einer virtuosen Toccata von Christian Widor, wie kraftvoll und sensibel er das Instrument beherrscht. Als am Ende des Abschiedsgottesdienstes die Orgel verklungen war, standen alle Besucher spontan auf und spendeten anhaltenden Beifall.

veröffentlicht am 12.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:21 Uhr

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Ausgerechnet jene Toccata hätte die Anstellung des jungen Musikers in der Pyrmonter Kirche vor zwei Jahren fast gefährdet, wie Pastor Christian Müller beim Empfang nach dem Gottesdienst im Gemeindehaus schilderte. „Park spielte dieses Musikstück bei seiner Vorstellung. Weil er dabei einen kleinen Fehler machte, glaubte er schon, seine Chance verspielt zu haben.“ Bekanntlich entschied der Kirchenvorstand anders. Die zwei Jahre seien für alle Beteiligten eine beglückende Zeit gewesen, bedankte sich Müller beim scheidenden Kantor.

Park wiederum ließ keinen Zweifel daran, dass er sich in Bad Pyrmont sehr wohlgefühlt habe. „Vorher konnte ich mir nicht vorstellen, dass es so eine gute und freundliche Kantorei gibt. Ich danke allen, die mir und meiner Familie geholfen und mich als Ausländer so gut aufgenommen haben“, betonte der 34-Jährige. Mit einem „Hatten Sie Spaß?“ wandte er sich direkt an den Chor, der unisono ein lautes „Ja!“ anstimmte.

Dass Hyun-Soo Park den Chor ohne erhobenen Zeigefinger geleitet, sondern mit seiner fröhlichen, von tiefem Glauben geprägten Einstellung für die kirchliche Musik begeistert habe, unterstrich „aus dem kleinen Kreis der beteiligten Männer“ Rudolf Ortlepp. Und auch Elke Platzer, lange Jahre Kantorin und Organistin der Stadtkirche, bekundete Respekt vor Parks Leistung: „Als ich ihn das erste Mal hörte, dachte ich: ,Der hat ja was drauf!’“

Mit einem letzten Ständchen des Chors und vielen guten Wünschen für die berufliche Zukunft im rheinischen Geldern sagte die Gemeinde dem Kantor, seiner Frau Sunyoung Kim und der dreijährigen Tochter Joan Lebewohl.

Wie es mit der Kantorei weitergeht, ist im Moment noch völlig offen: „Wir fallen erst mal in ein tiefes Loch“, war von den Chormitgliedern immer wieder zu hören. Über die Stelle eines neuen Organisten wird Ende des Monats entschieden: „Am Montag, 26. März, zwischen 17 und 19 Uhr werden sich drei Bewerber an der Orgel vorstellen“, lud Pastor Müller im Gottesdienst mögliche Interessenten als Zuhörer ein. Doch er ließ keinen Zweifel: „Wegen begrenzter Mittel für die Kirchenmusik wird es wohl nur noch über Sponsoren gehen oder eine nebenberufliche Kantorenstelle geben.“



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