weather-image
Kindertheaterstück „Heidi“ nicht nur für jüngere Zuschauer sehenswert

Originell, jedoch nie übertrieben

BAD PYRMONT. Es sind ausgerechnet zwei kleine vorwitzige Ziegen, die den Kindern im Konzerthaus ein Stück Lebensweisheit von der Bühne verkünden: „Wenn dir etwas Freude macht, dann musst du es einfach tun – egal, was die Leute reden!“

veröffentlicht am 27.11.2018 um 17:56 Uhr

Heidi und Peter besuchen die Großmutter: Szene mit Florian Mania, Valentina Inzko Fink und Nele Sommer (v. li. n. re.). Foto: Hei
Avatar2

Autor

Karin Heininger Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Überhaupt die Ziegen: Wenn in einem Theaterstück für Kinder etwas tierisch abgeht, dann haben die kleinen Zuschauer immer ihren Spaß daran, egal, ob die handelnden Personen nun exotische Raubtiere sind wie Löwen oder Bären, oder ob es sich um ganz schlichte bodenständige Viecher handelt. Wie zum Beispiel die beiden Bergziegen Schwänli und Bärli in dem Kinderstück „Heidi“ von Franziska Theresa Schütz nach dem bekannten Roman von Johanna Spyri.

Die Autorin, die ihr Schauspiel für das TfN (Theater für Niedersachsen) in Hildesheim selbst inszeniert hat, bedient sich mit der Personifizierung der Ziegen eines dramaturgischen Tricks, um die Handlung zu beleben und ihr märchenhafte Züge zu verleihen. Die Freundschaft zwischen dem gelähmten Stadtkind Klara und der urwüchsigen Heidi, die in der Großstadt Sehnsucht nach den geliebten Bergen hat, bietet nicht allzu viel Stoff. Doch mit Bärli (Valentina Inzko Fink) und Schwänli (Meike Anna Stock) wird es so richtig bunt auf der Bühne.

Die beiden Darstellerinnen sind nicht nur mit einfachen Mitteln tierisch gut zurechtgemacht (Ausstattung Philipp Kiefer), sondern sie sind auch originell und authentisch, jedoch nie übertrieben, in ihrem Verhalten. Sie springen, kämpfen und kratzen sich, begrüßen mit einem freudigen „Mäh“ ihre Freunde und pupsen ungeniert, wenn die Menschen ihnen lästig werden. Überhaupt hat die Regisseurin ein Ensemble zur Verfügung, das die Aufführung auch für erwachsene Zuschauer durchaus sehenswert macht.

In den Bergen sind sie zu Hause: Heidi, Peter, Bärli und Schwänli in der kindgerechten und originellen Aufführung vom TfN im Konzerthaus. Foto: Hei
  • In den Bergen sind sie zu Hause: Heidi, Peter, Bärli und Schwänli in der kindgerechten und originellen Aufführung vom TfN im Konzerthaus. Foto: Hei

Neben der sehr frisch und kindlich überzeugend wirkenden Nele Sommer als Heidi sind einige Darsteller auch in mehreren Rollen zu sehen. So wie der hervorragende Florian Mania, der nicht nur den burschikosen Geißen-Peter spielt, sondern auch als exaltierter Diener Sebastian ein kleines komödiantisches Kabinettstückchen abliefert. Und Lene Dax ist nicht nur Heidis Tante Dete, sondern auch die herrliche schräge Hausdame Fräulein Rottenmeier.

Dieter Wahlbuhl zeigt überzeugend, wie sich der zunächst grantige Alm-Öhi eigentlich gegen seinen Willen zu Heidi hingezogen fühlt, und „Schwänli“ verwandelt sich ziegenflink in die verhuschte Lehrerin von Klara und Heidi.

Und auch den kleinen Zuschauern aus Grundschulklassen und Kindergärten wird jede Menge Spielraum gegeben, vor allem, als die niedlichen Ziegen wie im Kasperletheater die Kinder begrüßen und anfeuern. Und zu lachen gibt es sowieso viel in diesem ungewöhnlichen Stück.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt