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Angebot des Vereins Artashat in Zusammenarbeit mit dem Koordinator für Integration

Orientierung für Zuwanderer

Detmold. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – was in Deutschland so selbstverständlich wie ein Kinderreim ist, ist einigen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Orientierungskurse noch fremd. Sie kommen aus Tschetschenien, Russland, Armenien, Bangladesch, Lettland, Aserbaidschan, aus dem Irak oder dem Iran – der deutsche Brauch, die Kerzen am Adventskranz nacheinander anzuzünden, ist ihnen unbekannt. Weil sie aber mehr über das Leben in Deutschland, die Kultur und auch Feiertage wissen wollen, besuchen sie die Orientierungskurse des armenischen Vereins „Artashat“ in OWL.

veröffentlicht am 21.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

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„Die Teilnahme an den Kursen ist absolut freiwillig“, betont Mayramik Auernhammer, die seit zwei Jahren das Angebot leitet. Die Motivation der Teilnehmer sei, dass sie mehr über das Land, in dem sie nun leben, erfahren wollen und ihre Deutschkenntnisse verbessern können. In der Vorweihnachtszeit ist das Unterrichtsmodul nun mit dem Thema „Religiöse Vielfalt“ überschrieben. Auf dem Tisch im Unterrichtsraum stehen neben dem Adventskranz, ein Menora-Leuchter und ein armenischer Kreuzstein, daneben liegen die Bibel und der Koran. Die studierte Philologin spricht mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über deutsche Werte, wie die Religionsfreiheit, über deutsche Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Während sie Prozentzahlen zu religiösen Mehr- und Minderheiten notiert und Feiern wie den Nikolaustag oder die Konfirmation erklärt, wechseln die Teilnehmer auf der Suche nach dem richtigen deutschen Fachbegriff schon mal ins Englische, Persische oder Russische. Denn die meisten von ihnen sprechen neben ihrer Muttersprache noch zwei, einige auch drei weitere Sprachen – nun kommt noch eine vierte Sprache dazu.

„Ich bin immer wieder davon beeindruckt, wie viele Sprachen Sie bereits sprechen und dass Sie sich jetzt der Herausforderung stellen, Deutsch zu lernen“, versichert lächelnd Stefan Fenneker, Koordinator für Integration der Stadt Detmold, den Kursteilnehmern.

Die Orientierungskurse haben aber andere Inhalte als ein Sprachkurs: In verschiedenen Modulen zu den Themen Identität, Alltag, Familie und Beruf vermittelt Auernhammer grundlegendes Wissen über Deutschland, sie erklärt, wie das deutsche Krankenkassen- und Schulsystem funktioniert oder was beachtet werden muss, um ein Konto zu eröffnen. Derartige Angebote wurden bisher nur für Spätaussiedler staatlich gefördert. Mit dem Angebot des armenischen Kulturvereins, an dem Zuwanderer unabhängig von ihrer Nationalität teilnehmen können, werde eine Lücke geschlossen, erklärt Fenneker, der das Projekt von Anfang an begleitet. Der Orientierungskurs findet zweimal in der Woche in der Saganer Straße 31 statt. Interessierte wenden sich an Stefan Fenneker, Koordinator für Integration der Stadt Detmold, 05231/977340.

Über Sitten und Gebräuche in Deutschland lernen die Zuwanderer aller Nationalitäten in dem Orientierungskurs jahreszeitlich passend viel über Deutschland, auch die Sprache wird dabei erlernt.



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