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100 alte Trecker in Eschenbruch

Oldies messen ihre Kräfte

veröffentlicht am 18.09.2016 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

RUDI RUDOLPH
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„Die aus Falkenhagen waren nass wie die Katzen.“ Reinhard Wienkemeier, seit Jahren Organisator des Oldtimer-Treckertreffens in Eschenbruch, weiß, was seien Gäste auf sich genommen haben. Denn die Treckerfreunde aus dem Klosterort waren wie viele andere mit ihren betagten Gefährten auf eigenen Rädern durchs Weserbergland getuckert. Sie ignorierten den Regen, freuten sich auf Gleichgesinnte und erholten sich in der weitläufigen Scheune bei Bier und Bratwurst.

Das Treffen ist einfach Kult, und die rund 100 Schnauferl, bis zu 70 Jahre und mehr alt, standen zur fachmännischen und -weiblichen Begutachtung auf Wienkemeiers Wiese. Schauen, fachsimpeln und sich gesellig wieder treffen ist da die eine Sache, die andere ist das Programm harter Wettbewerbe. So ging’s am Samstag vor viel staunendem Publikum beim Treckerslalom auf engem Kurs um die Pylone, die gemeinerweise auf ihrer Spitze einen Ball platziert hatten, der beim Durchfahren nicht fallen durfte. Da flogen die Erdbrocken, legten Fahrerinnen und Fahrer sich in die Kurve, plötzlich wurde es ernst. Die alten Vehikel taten ihr bestes, die fachlichen bis spöttischen Kommentare der Zuschauer gaben den Fahrern zusätzlich richtig Zunder.

Währenddessen kutschieren auf dem Hof kleinere Trecker herum, manche gleich beladen mit einer ganzen Kinderschar. Von Zeit zu Zeit knallt es wie von einem Kanonenschuss, doch das ist nur ein weiterer Lanz Bulldog, der gestartet wird. Aus Silberborn sind Treckerfreund eingetroffen, aus Wahrendahl, Schlangen, Höxter und Lemgo. Dieter Hermann ist mit weiteren Oldtimerkollegen vom Treckerclub Esperde dabei. Sein Hanomag R 455 ATK ist unter den Boliden ein wahrer Exot, ein Mittelding zwischen Auto und Trecker. In seinem ausgezeichneten Pflegezustand wirkt er fast fabrikneu. „Den hat die Luftwaffe mit seiner hinten angebrachten Seilwinde früher zum Schleppen von Flugzeugen verwendet,“ weiß Hermann, der Zuhause noch weitere Hanomag-Schätze hütet. 4,4 Tonnen wiegt das Ungetüm, und da haben die nur 55 PS alleine mit seiner Fortbewegung genug zu tun.

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4,4 Tonnen schwer, aber nur 55 PS: Dieter Hermann mit seinem Hanomag R 455 ATK.

Die Oldies sind ohnehin nicht sehr PS-stark, was man ganz deutlich beim Baumstamm-Pullen sieht. Auf der 100-Meter-Strecke geht so manchem der schwachbrüstigen Traktoren fast die Puste aus. Gelegentlich drehen da Räder durch, knattern die Motoren infernalisch und produzieren schwarzen Rauch aus ihren Auspuff-Schornsteinen. Die Anstrengung der Maschinen ist auch den Fahrern ins Gesicht geschrieben. Erholung beim abendlichen Klönen, viel Musik und zahlreiche Kontakte machen dann das Eschenbrucher Oldtimer-Treckertreffen wieder zu einem gelungenen Fest, von dem die Teilnehmer nun ein Jahr lang zehren können.



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