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Operetten-Melodien im Konzerthaus

Ohrwürmer aus Wien

BAD PYRMONT. Das Publikum im Pyrmonter Konzerthaus hat sich am Samstagnachmittag von Operetten-Melodien verzaubern lassen. Doch das Ensemble der Revue „Wiener Operette“ brauchte eine Weile, um zu überzeugen und den berühmten Funken über die Rampe zu bringen.

veröffentlicht am 17.09.2017 um 17:11 Uhr

Zu den beliebten Stücken der Wiener Operetten-Revue, dargeboten von Künstlern des Nationaltheaters Brünn, gehörte auch ein Medley aus „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß. Foto: Hei
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Karin Heininger Reporterin
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Heute sei für ihn ein ganz besonderer Tag, sagte Rolf Hartge: Endlich habe ihn die Tournee nach Bad Pyrmont geführt, und damit sei für ihn ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Ungeachtet der Tatsache, dass der Moderator der Revue „Wiener Operette“ diesen Spruch vermutlich in jeder Stadt anbringt, fühlten sich die Besucher im Konzerthaus doch sehr geschmeichelt und honorierten das Kompliment mit starkem Beifall.

Ein guter Einstieg für das Ensemble, das dann allerdings gewisse Zeit brauchte, um wirklich zu überzeugen und den berühmten Funken über die Rampe ins Publikum zu bringen. Zunächst konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Gesangssolisten und auch das sechsköpfige Ballett keineswegs den hohen Ansprüchen gerecht wurde, die das Programmheft versprach. Zwei Sopranistinnen, Tenor, Bariton und die Tänzer und Tänzerinnen zeigten einige Unsicherheiten und schienen teilweise verklemmt, wobei auch noch die Kostüme zunächst recht bieder wirkten.

Doch im Verlauf des über zweistündigen Programms ließ die offensichtliche Anspannung sichtlich nach, und die Künstler konnten immer mehr zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Als dann ein Solistenpaar aus der Tanzgruppe mit verspielter Grazie und endlich auch in reizvollen Kostümen die „Pizzicato-Polka“ von Johann Strauß darbot und die Sopranistinnen Ginger McFerrin und Leanan de Montiel die Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jaques Offenbach im wohlklingenden Duogesang vortrugen, war dies einer der Höhepunkte im Programm.

„Schenkt man sich Rosen in Tirol“: Ginger McFerrin und Mila Wilden singen mit Hingabe das beliebte Duett. Foto: Hei
  • „Schenkt man sich Rosen in Tirol“: Ginger McFerrin und Mila Wilden singen mit Hingabe das beliebte Duett. Foto: Hei

Den musikalischen Rahmen der Darbietung bildete das Orchester Sinfonici da Camera, das aus dem Rundfunk- Sinfonieorchester Prag hervorgegangen ist. Unter der Leitung von Konzertmeister Wenzel Plasil musizierte das Ensemble auf hohem Niveau und bot die ganze Palette bekannter und beliebter Operetten-Hits und anderer Wiener Kompositionen. Von der „Fledermaus“ bis zur „Nacht in Venedig“, vom „Zigeunerbaron“ bis zum „Vogelhändler“, dazu Melodien vom „Kaiserwalzer“ bis zur „Tritsch-Tratsch-Polka“ reichte das Repertoire, bei dem sich auch die Solisten zunehmend versiert einbrachten.

Neben den dominierenden Sängerinnen war auch der Tenor Mila Wilden mit ansprechendem Einsatz zu hören. Und Moderator Hartge hatte als Schweinezüchter Zsupan aus dem „Zigeunerbaron“ die Lacher auf seiner Seite.

Ziemlich unpassend für ein Operettenkonzert wirkte die Anmache des Publikums bei einigen Nummern. Die Herren fortgeschrittenen Alters, die von der vollbusigen Leanan de Montiel ans Herz gedrückt wurden, wirkten denn auch reichlich überrumpelt. Der allgemein guten Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch und als die Akteure „zum Abschied leise Servus“ sagten, wurde ihre Leistung mit viel Applaus belohnt.

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