weather-image
22°

Seniorenbeirat fordert geordnete Ausweisung von anonymen Gräbern auf dem Oesdorfer Friedhof

Ohne Konzept

Bad Pyrmont. Annegret Webel war entsetzt, als sie sich von dem Friedhofsgärtner Horst Hänning erklären ließ, was es mit der Rasenfläche zur ihren Füßen auf sich hat. „Das sind anonyme Urnengräber“, erklärt der. „Das ist so überhaupt nicht zu erkennen, ich bin empört“, reagierte die Vorsitzende des Pyrmonter Seniorenbeirats, die sich von Henning über den Oesdorfer Friedhof führen ließ.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:41 Uhr

270_008_7701065_pn106_0704.jpg

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Annegret Webel wollte genau wissen, wie es um den Friedhof bestellt ist, denn im Namen des Seniorenbeirates hat sie einen Antrag geschrieben und Bürgermeister Klaus Blome gebeten, sich dafür einzusetzen, dass hier frei werdende Flächen für anonyme, halbanonyme und Baumbestattungen ausgewiesen werden – und zwar systematisch mit Sinn und Verstand. „So wie das bisher geschieht, ist das völlig konzeptlos. Es hat den Anschein, als werden Grabstätten einfach da angelegt, wo sie gerade hinpassen“, ist ihr Eindruck, den sie nach einem Rundgang gewonnen hat. Hänning bestätigt das. „Bei der Anlage neuer Gräber werden oft die Gänge zwischen den Grabfeldern so eng, dass die Besucher kaum noch durchkommen, geschweige denn die Älteren mit einem Rollator“, berichtet der Friedhofsgärtner, der seit 40 Jahren mit dem Oesdorfer Friedhof zu tun hat.

„Wir sind in letzter Zeit häufig auf die vielen Lücken angesprochen worden. Es wird befürchtet, dass diese grüne Oase im Herzen der Stadt zur Einöde verkommen könnte“, erläutert Annegret Webel den ursprünglichen Grund für die Initiative des Seniorenbeirats. „Für viele ältere Menschen ist der Friedhof in seiner Bedeutung ein wichtiger Ort, nicht nur für die Toten, sondern mehr denn je auch eine Oase und Ruhezone für die Lebenden“, meint die Vorsitzende, die auch die Praxis nicht gutheißt, die freien Stellen mit Kies abzudecken. „Das mag zunächst zweckmäßig sein, ist aber keineswegs ansprechend und auf längere Zeit gesehen pflegeintensiver als Rasenflächen.“

Mit der verstärkten Ausweisung anonymer und halbanonymer Bestattungsmöglichkeiten sollte die Stadt dem Wandel der Bestattungskultur Rechnung tragen. „Urnenbestattungen nehmen zu, Erdbestattungen werden aus Kostengründen dramatisch weniger“, so die Seniorenvertreterin. Und der vorhandene Baumbestand könnte für Baumbestattungen in Erwägung gezogen werden. Laut Hänning gibt es für alle diese Bestattungsformen auf dem Oesdorfer Friedhof geeignete Flächen. „Die Stadt muss sich nur darum kümmern“, meint der Friedhofsgärtner.

2 Bilder
Hier wurden Urnengräber in einen Weg zwischen Grabfeldern eingelassen. Für Besucher wird es eng, erst recht mit Rollator.

„Eine Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten auf dem Friedhof zuzulassen, wäre aus unserer Sicht das richtige Signal, um nachhaltig einer sich verändernden Friedhofskultur zu begegnen“, betont Annegret Webel.

Auf dieser mit Gras eingesäten Fläche unter einem Baum ließe sich nach Meinung von Annegret Webel und Horst Hänning gut ein Gräberfeld für anonyme oder halbanonyme Gräber einrichten.

uk (3)



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?