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Ohne helfende Worte ans Ziel

Weiterhin keine automatische Ansage der Haltestellen in Stadtbussen

veröffentlicht am 02.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

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Bad Pyrmont. Die „Kommission für Barrierefreiheit“ möchte Bad Pyrmonts Busverkehr weiter auf die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Behinderung einstellen. „Mehrere Bushaltestellen sind zur Umgestaltung vorgesehen“, berichtete Martin Brandes in der jüngsten Sitzung des Beirats für Menschen mit Behinderung. Die Haltestelle am Kaiserplatz sei fest für eine Umgestaltung eingeplant. Und auch die Bordsteinabsenkung an der Haltestelle Humboldtstraße soll schon bald realisiert werden.

„Das kann im Rahmen der Reparaturen von Frostschäden miterledigt werden“, erklärt Sabine Spiegel, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales in der Stadtverwaltung. Um mehr Schwachstellen der örtlichen Barrierefreiheit zu identifizieren, plant die „Kommission für Barrierefreiheit“ weitere Begehungen, an denen auch Rollstuhl- und Rollatornutzer sowie Menschen mit Sehbehinderung teilnehmen sollen.

Denn verzichten müssen Passagiere der Busse weiterhin auf die dauerhafte Ansage der Haltestellen. Auf den Innenanzeigen muss die Haltestelle derzeit abgelesen werden. Ein Nachteil für sehbehinderte Menschen. Eine Ansage erfolgt zurzeit nur bei Bedarf, das bedeutet, der Fahrer sagt die Haltestellen persönlich an, sobald ein offensichtlich sehbehinderter Fahrgast zusteigt.

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  • Die Haltestelle am Kaiserplatz soll barrierefrei werden. fl

„Ortsansässige Fahrgäste, die den Bus regelmäßig nutzen, sind dem Fahrer in der Regel persönlich bekannt“, erklärt Dieter Boldt, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Pyrmont, die die Buslinien im Innenstadtbereich betreiben. „Menschen, deren Sehbehinderung nicht offensichtlich ist, können den Busfahrer um ein Ansagen der Haltestellen bitten“, so Boldt. Doch Bernd Plöger vom Fachausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr sieht das anders: „Gerade darum geht es: Behinderte Menschen sollen eben gerade nicht um Hilfe bitten müssen“, betont er.

Eine automatische Tonbandansage der Haltestellen könnte Abhilfe schaffen. Doch die soll in den derzeitig betriebenen Bussen nicht nachgerüstet werden. „Das ist zu teuer“, so Boldt.

„Bei uns kommt jeder, wohin er will“, erklärt Stadtbusfahrerin Monika Whitworth, der die Diskussion bekannt ist. „Unsere sehbehinderten Passagiere kennen den Weg oder sprechen uns Fahrer persönlich an. Das ist doch kein Problem, hier bei uns auf dem Dorf. Deshalb finde ich diese ganze Diskussion über Jahre hinweg völlig überflüssig.“

Nur auf lange Sicht stellt Stadtwerkechef Boldt Abhilfe in Aussicht: „Das nächste, neu angeschaffte Fahrzeug wird mit einer Bandansage ausgestattet sein“, verspricht er. Damit wäre allerdings erst einer der derzeit sechs von den Stadtwerken betriebenen Busse optimal auf Fahrgäste mit Sehbehinderung eingestellt. Und die nächste Neuanschaffung ist in zwei Jahren geplant, weitere Busse werden im Vier-Jahresrhythmus folgen. Alle Busse der Stadtwerke werden also voraussichtlich erst in über 20 Jahren umgerüstet sein. fl

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