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Früheres Schützenhaus ohne Zukunft

„Oesberg-Saal“ wird abgerissen

BAD PYRMONT. Die Tage des früheren Schützenhauses der „Pyrmonter Schützengesellschaft“ an der Oesbergstraße sind gezählt. Das Gebäude, das seit zehn Jahren als Veranstaltungssaal unter dem Namen „Oesberg-Saal“ für Familienfeiern und andere Anlässe genutzt wird, soll im Jahr 2019 abgerissen werden.

veröffentlicht am 31.10.2017 um 14:00 Uhr

Mit aufwendigen Dekorationen wie dieser hat sich Elvira Schlei einen Namen gemacht. Doch nun möchte sie aus dem Veranstaltungsgeschäft aussteigen. Foto: Familie Schlei
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das hat der Eigentümer Viktor Schlei gegenüber dieser Zeitung bestätigt. Gemeinsam mit seinem Bruder Mathis hatte Schlei das Gebäude 2007 von der damals in Geldnot geratenen Schützengesellschaft gekauft, aufwendig restauriert und eingerichtet – zur Freude der Schützen, die sich damals erleichtert zeigten, dass das Gebäude nicht abgerissen wurde.

Für die Ausrichtung der Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und anderen Familienfeiern ist Viktor Schleis Ehefrau Elvira zuständig, die sich einen Namen mit ihrer liebevollen und aufwendigen Dekoration des Saals gemacht hat und dafür von ihren Gästen regelmäßig gelobt wird. Doch das hat seinen Preis, aus der anfänglichen „Liebhaberei“, so hatte sie es vor zehn Jahren genannt, ist offenbar ein Fulltime-Job geworden. „Das kostet mich viel Zeit, die mir für meine Familie fehlt, und darum möchte ich das nicht mehr machen“, begründete sie auf Anfrage, warum sie sich entschlossen hat, aus dem Veranstaltungsgeschäft auszusteigen. Ihr Ehemann hat aber auch die Zahlen im Blick. „Die viele Arbeit und die viele Zeit lohnen sich finanziell nicht mehr“, sagt er mit Blick auf die immens hohen Nebenkosten für das Gebäude. Und immer weniger Interessenten hätten Verständnis für die Kosten so einer Veranstaltung.

Bis zum Abriss dauert es aber noch mehr als ein Jahr. „2018 werden wir auf jeden Fall noch weitermachen“, so Elvira Schlei. Ihr Mann hat sich nach eigener Aussage bereits festgelegt, was mit dem Grundstück an der Oesbergstraße nach dem Abriss des früheren Schützenhauses geschehen soll. „Wir werden dort ein Mehrfamilienhaus bauen“, kündigte er an. Die Lage hoch über Bad Pyrmont samt toller Aussicht könnte sich dabei als vorteilhaft erweisen, wenn es gilt Mieter oder Käufer zu finden.

Die Tage des Gebäudes an der Oesbergstraße sind gezählt. Foto: uk
  • Die Tage des Gebäudes an der Oesbergstraße sind gezählt. Foto: uk

Der Abriss trifft auch die Pyrmonter Schützengesellschaft. Die hat ihren Vereinsbetrieb zwar schon lange zum Schießstand „Unter der Hünenburg“ verlagert, unterhält aber in dem Gebäude an der Oesbergstraße noch immer ihre Waffenkammer. Die soll nun bis spätestens Dezember 2018 in den Schießstand umziehen. Außerdem macht es der Abriss des Gebäudes notwendig, die Wasserpumpe sowie die Strom- und Wasserleitungen für den Standort Hünenburg zu verlegen. Die Materialkosten für den Bau der neuen Waffenkammer beziffert der Verein auf 1500 Euro, die für die Verlegung der Leitungen auf 4500 Euro. Die Arbeit soll in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder erledigt werden.

Doch auf den Verein kommen noch weitere Kosten zu. Das Dach der Schießbahn sei undicht und dadurch seien das Innendach und die Stützbalken beschädigt worden, heißt es in einem Schreiben. 60 Stunden Arbeitszeit und 2000 Euro Materialkosten kalkulieren die Schützen für die Reparatur ein. Die Kosten müssen sie nicht alleine aufbringen. Ein Drittel der Summe – 2400 Euro – steuert die Stadt bei. Das hat der Kultur- und Sportauschuss entsprechend den Förderrichtlinien beschlossen.

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