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Sportpiloten bitten vergeblich um Ausnahme vom Flugverbot / Flugplatz liegt nur halb im Sicherheitsbereich

Obama hält Flieger am Boden

Bad Pyrmont. Der Besuch des US-Präsidenten Barack Obama am Wochenende in Hannover hat auch für die Sportpiloten im Kreis Hameln-Pyrmont Auswirkungen. Sie müssen zwei Tage lang am Boden bleiben. Die Luftsportgemeinschaft Bad Pyrmont-Lügde hält das für unangemessen.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 10:16 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 16:00 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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ad Pyrmont. „Yes, we can“ hatte Barack Obama einst beteuert und war wenig später zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. „No, we can’t“, werden wohl die Piloten der Luftsportgemeinschaft Bad Pyrmont-Lügde am kommenden Sonntag seufzen, wenn sie in den womöglich blauen Himmel über ihrem Flugplatz bei Kleinenberg schauen – und am Boden bleiben müssen. Der Besuch des US-Präsidenten in Hannover am Wochenende zwingt den heimischen Sportfliegern eine Zwangspause auf, denn das Bundesverkehrsministerium hat ein weiträumiges Flugverbot rund um die Messestadt verhängt, „um mögliche Gefahren aus dem Luftraum abzuwehren“, wie es in einem Schreiben der Polizeidirektion Hannover heißt.

Das „Flugbeschränkungsgebiet“, wie es offiziell heißt, gilt von Sonntag ab 9 Uhr bis Montag um 18 Uhr in einem Umkreis von 55 Kilometern rund um die niedersächsische Hauptstadt und reicht vom Boden bis zu einer Höhe von etwa 3000 Metern. „Ärgerlicherweise sind wir davon betroffen, obwohl wir das für überzogen halten, können aber nichts machen“, kommentiert Martin Schenkemeyer, Sprecher der Luftsportgemeinschaft Bad Pyrmont-Lügde, die Mitteilung der Deutschen Flugsicherung (DFS). Er hat einen besonderen Grund für den Unmut, denn das Flugbeschränkungsgebiet teilt den Flugplatz bei Kleinenberg in zwei Hälften. „Der Radius führt über die Mitte des Geländes. Die eine Hälfte liegt in der Verbotszone, die andere nicht“, berichtet er unter Verweis auf die offizielle Karte der DFS. „Wir haben angeboten, am Sonntag und Montag nicht in Richtung Hannover zu fliegen, sondern nur Richtung Süden und eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Doch die Polizeidirektion Hannover besteht darauf, dass das Flugverbot strikt eingehalten wird“, so Schenkemeyer. Er verweist darauf, dass von Piloten für ihre Ausbildung ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt werde und sie sich alle fünf Jahre einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen müssten.

Dass der Flugbetrieb nun an zwei Tagen unterbrochen werde, sei zwar keine Katastrophe, aber doch ärgerlich, denn die Saison habe gerade begonnen und am Sonntag dürfte bei schönem Wetter mit regem Flugbetrieb gerechnet werden, schätzt der LSG-Sprecher. Er selber könne sich nicht daran erinnern, dass es – zumindest in der jüngeren Geschichte des Vereins – ein Flugverbot für das Gelände gegeben habe.

Verärgert ist auch der Deutsche Aero Club. Die Vereinigung, die 100 000 Sportflieger vertritt, hat in einem Brief an Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) gegen die ihrer Meinung nach unverhältnismäßigen und unnötigen Einschränkungen protestiert. Erfolglos. So bleiben die fünf Motorflugzeuge und sechs Segelflugzeuge der LSG und das halbe Dutzend privater Flieger am Boden. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, textete einst Liedermacher Reinhard Mey poetisch. Doch man muss erst einmal dorthin gelangen.

Info

Alle Flüge einschließlich des Betriebs von Flugmodellen und Drohnen sind in dem Flugbeschränkungsgebiet untersagt. Ausgenommen hiervon sind Flüge nach Instrumentenflugregeln, also beispielsweise die Flugbewegungen zum und vom Flughafen Hannover, Flüge der Polizei, Rettungskräfte und anderer Einsatzkräfte. Flugbeschränkungsgebiete werden zur Vorbeugung und zur Gefahrenabwehr eingerichtet, es gibt dauerhafte Gebiete beispielsweise über Atomkraftwerken oder auch dem Regierungsviertel Berlin und solche mit zeitlicher Beschränkung wie in diesem Fall. Informationen zur Lage und Ausrichtung, eine Kartendarstellung der Beschränkungsgebiete sowie weitere Informationen sind auf der Website der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH unter www.dfs.de zu finden.



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