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Gratis-Haarschneideaktion des Projekts Armut blieb unter den Erwartungen

Nur wenige beim Figaro

BAD PYRMONT. Die vom Seniorenbeirat Bad Pyrmont im Rahmen des ganzjährigen Projekts Armut organisierte Aktion erfüllte nicht die Erwartungen, die sich sowohl das Organisationsteam des Projekts als auch der Beirat erhofft und gewünscht hatten. Lediglich drei Frauen suchten den Salon am Brunnenplatz auf und ließen sich gratis frisieren.

veröffentlicht am 10.09.2018 um 17:39 Uhr
aktualisiert am 10.09.2018 um 22:00 Uhr

Während Hamed selbstbewusst frisiert, schauen die Chefin (re.) und Rita Wilke vom Beirat interessiert zu. foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Im Grunde ließen alle Voraussetzungen einen größeren Ansturm auf den Salon erwarten. In einem ansprechenden Flyer war die Aktion beworben, die an dem Projekt Beteiligten, wie die Pyrmonter Tafel und die AIBP, waren in das Programm des zweiten Halbjahres eingebunden und konnten die Menschen gezielt ansprechen, die sich eben nicht einen regelmäßigen Friseurbesuch leisten können. Dennoch warteten Kaffee und selbstgemachter Kuchen vergebens auf die Kunden.

„Es mag unterschiedliche Ursachen haben“, suchte Annegret Webel vom Seniorenbeirat mögliche Gründe. Doch auch beim Senioren-Kino, ebenfalls eine Aktion des Seniorenbeirates, hätten anfangs kaum ältere Menschen das Angebot einer Gratisvorstellung im Kino angenommen. Erst mit wiederholtem Angebot nähmen immer mehr Senioren diese Gelegenheit wahr.

Neben dem Kuchen und Kaffee warteten auch gespannt Kristina Siebert, die Inhaberin des Salons, und der 19-jährige Hamed. Er befindet sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr im Friseurhandwerk und hatte, von Rita Wilk, die Organisatorin der Aktion aus dem Seniorenbeirat, angesprochen, sich spontan bereit erklärt, das Frisieren an einem ansonsten freien Montag zu unterstützen.

Auch die Friseurmeisterin sagte ohne großes Federlesen zu und stellte für diese besondere Aktion nicht nur ihren Salon zur Verfügung, sondern auch ihre Zeit und Arbeitskraft. „Ich bin auch Dozentin bei Impuls in Hameln, bilde selbst aus und weiß, dass gerade Nachwuchsfriseure Chancen zum Üben suchen“, erläutert sie ihre Bereitschaft. Diese Erfahrung habe sie in den zahlreichen Prüfungsvorbereitungen und Arbeiten mit Auszubildenden kennen gelernt und weiß daher, wie wichtig Praxiserfahrungen für den jungen Nachwuchs sind.

Der aktuellen Trend zu bunten Haaren oder auch dem Setzen von farbigen Highlights mag vielleicht in den Köpfen der drei Frauen, die als Kundinnen den Salon betraten, vorhanden gewesen sein.

Doch dafür war diese Aktion nun doch nicht gedacht. Sie bot eher das traditionelle Schneiden und Frisieren. Doch auch darüber freuten sich die Frauen sehr. „Ich bin äußerst zufrieden. Das hat der junge Mann wirklich gut gemacht und ich bereue es auf keinen Fall, reingekommen zu sein“, war die Aussage der ersten Kundin, die sich ihre Kurzhaarfrisur hat nachschneiden lassen.

Zwei weitere Frauen gestanden, dass sie aus Hameln hier nach Bad Pyrmont gekommen seien, um ihren Bruder zu besuchen. Dieser habe sie auf die Ankündigung in der Zeitung aufmerksam gemacht und so seien sie eben in dem Salon gelandet und wollten einfach mal die Gelegenheit nutzen.

„Auch wenn es heute nicht so viele waren, die unser Frisierangebot annahmen, wir werden dies möglicherweise noch vor Weihnachten wiederholen“, überlegte Webel und erhielt sogleich unterstützende Zustimmung von der Saloninhaberin. Seit Januar 2017 führt Kristina Siebert den Salon am Brunnenplatz und verwöhnt ihre Kunden gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeiterinnen. In dem Gespräch mit ihr wird schnell deutlich, dass sie ihr handwerkliches Metier beherrscht und sich sowohl auf den farblich modischen Geschmack als auch überhaupt auf den Umgang mit ihren Kunden einzustellen versteht.

So betrachtet dürfte eine Wiederholung der Aktion wohl auf einen erfolgreichen Ablauf hoffen lassen.

Das hat der junge Mann wirklich gut gemacht und ich bereue es auf keinen Fall, reingekommen zu sein.

Kundin der Aktion


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