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100 originale Werbetafeln in der Beletage ausgestellt

Nostalgie mit Schmunzeleffekt

Bad Pyrmont. In die bunte Warenwelt der Drogerien vergangener Jahrzehnte entführt eine Ausstellung im Schlossmuseum in Bad Pyrmont. Geziegt wird Reklame, mit der zwischen den dreißiger und sechziger Jahren für Kosmetik, Babykost, Haushaltswaren und Putzmittel geworben wurde.

veröffentlicht am 04.03.2016 um 15:28 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Das gibt es im Museum nicht alle Tage: Die Besucher der Vernissage zur neuen Ausstellung gingen mit einem kleinen Geschenk nach Hause. Jede Menge blaue Mini-Dosen einer bekannten Hautcreme wurden in der Beletage verteilt, und Klaus-Henning Demuth, Vorsitzender des Museumsvereins, bekam als Zugabe noch die Tube einer von ihm schmerzlich vermissten Haarcreme: „Brisk klebt nicht, überfettet nicht“ verspricht dazu ein Plakat.

Es ist eine von über 100 originalen Werbetafeln, die in der Ausstellung „Drogerie Reklamewelten“ zu sehen sind. Wenn nostalgische Wirklichkeit auf museales Ambiente trifft: Körperpflege und Kondome, Klopapier und Läusekiller, Babykost und Sonnencreme und was sonst noch in den 30er bis 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einer gut sortierten Drogerie gehörte, schmückt via Werbung die edlen Wände der Beletage.

Dass „Panol“ nicht nur Wanzen, Mücken und ähnliches Ungeziefer tötet, sondern auch „Schwaben“ (gemeint sind offensichtlich Schaben), dass ein Klopapier namens „Samariter Krepp“ bei 500 Abrissen „zweieinhalb mal länger reicht“ und dass „Goldgeist“ lästigen Kopfläusen zu Leibe rückt, wurde von den Besuchern schmunzelnd registriert.

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Schon die Eröffnungsreden boten reichlich Stoff an amüsanter Nostalgie. Bernd Schönebaum aus Springe, Werbefachmann und „Verursacher“ dieser Ausstellung, erzählte, wie er 1985 durch seine Heimatstadt radelte und den Abriss einer Scheune beobachtete, wobei sich in einem Container alte Werbeplakate aus einer ehemaligen Drogerie häuften. Mit einem Kasten Bier „bestach“ der junge Mann den Vorarbeiter und durfte dafür die begehrten Schätze einsammeln, mit der Option „eine Stunde und auf eigene Gefahr“.

Das war der Ursprung seiner Sammlung, die heute etwa 400 Objekte umfasst. Anlässlich einer Präsentation im Museum Goslar sah Pyrmonts Museumsleiterin Vanessa Heitland die Originale und buchte einen Teil der Ausstellung.

„Dieser Schatz an Fundstücken weckt nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern vermittelt auch das Lebensgefühl jener Zeit. Und die Plakate sind handgemachte, grafisch gestaltete kleine Kunstwerke“, freute sich die Museumsleiterin.

Der Vorsitzende des Museumsvereins, Klaus-Henning Demuth, erinnerte sich mit einer gewissen Wehmut an den süßlich herben Duft von Omas Klosterfrau Melissengeist und an die sensationelle Wirkung der Frisiercreme „Brisk“ auf den Haartollen seiner älteren Brüder. Diesen Klassiker für Männerhaar vermisse er seitdem schmerzlich. „Aber ich habe mein Leben auch ohne Brisk geschafft“, versicherte Demuth tapfer - und bekam prompt von Bernd Schönebaum eine Tube geschenkt.

Auch die Besucher badeten in Erinnerungen und gaben ihre Kommentare. Angesichts der von „Panol“ zu bekämpfenden lästigen Mitgeschöpfe kalauerte ein Besucher: „Eigentlich müssten da statt der Schwaben die Bayern stehen!“

Schönebaums persönliches Lieblingsplakat ist übrigens eine Werbung für Katzenfelle, die gegen Rheuma und andere Leiden helfen sollten. Dumm nur, dass seine Nachbarin, als er das Plakat stolz an sein Haus hängte, ihm erzählte, ihre Katze sei entlaufen…

Die Ausstellung „Drogerie Reklamewelten“ ist bis zum 29. Mai zu sehen, täglich außer montags 10 bis 17 Uhr.



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