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Stadtsparkasse Bad Pyrmont trotzt turbulenten Zeiten / Bilanzgewinn sinkt von 941 000 auf 700 000 Euro

„Noch“ sind Strafzinsen kein Thema

Bad Pyrmont. Auch wenn die Zeiten schwierig sind, zeigt sich der Vorstand der Stadtsparkasse Bad Pyrmont mit dem Jahresergebnis für 2015 zufrieden. Allerdings sank der Bilanzgewinn um 200 000 Euro.

veröffentlicht am 07.04.2016 um 12:27 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

HANS-uLRICH KILIAN
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Die Stadtsparkasse Bad Pyrmont ist mit dem Geschäftsjahr 2015 zufrieden. „Der Vorstand blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück – auch vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschärfenden Bedingungen im Banksektor“, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Lauffer am Donnerstag und sprach von relativ turbulenten Zeiten.

Diese Bedingungen spiegeln sich auch im Bilanzgewinn wider, der von 941000 Euro im Vorjahr auf 700 000 Euro im Jahr 2015 gesunken ist. Lauffer nannte das „geringfügig“. Die Bilanzsumme sei mit 503 Millionen Euro nahezu konstant geblieben. Interessanter sei aber die Summe der Forderungs- und Vermögenswerte. „Wir betreuen mittlerweile 1,2 Milliarden Euro, das beweist, welches Vertrauen unsere Kunden uns auch in von Negativzinsen und Regulatorik geprägten Zeiten entgegenbringen. Unser Geschäft als Bank in der Region für die Region basiert auf Vertrauen und nicht nur aus nackten Zahlen“, betonte er.

Die Niedrigzinsen haben zwei Seiten: Hausbauer und Investoren freuen sich und sorgten laut Vorstandsmitglied Jens Veneman dafür, dass die Summe der Kreditbewilligungen um 2015 um fast 40 Prozent stieg. Auf der anderen Seite belasten Negativzinsen die Sparkasse. „Für unseren Liquiditätsüberhang bezahlen wir jährlich rund 300 000 Euro jährlich Strafzinsen an die Europäische Zentralbank“, so Lauffer. Die Sparkasse sei bestrebt, diese Negativzinsen noch nicht an ihre Kunden weitergeben zu müssen, wobei er die Betonung auf „noch“ legt, denn seiner Einschätzung nach werde sich die Zinssituation sich auch mittelfristig nicht ändern.

Dass die Sparkasse eine halbe Million Euro Gewinnbeteiligung an die Stadt als Träger ausschüttete, ist einige Jahre her. Auch diesmal gibt es nichts, und das wird wohl auf absehbare Zeit auch so bleiben. „Wir müssen jeden Cent in unsere Sparkasse stecken. Tun wir das nicht, dann entscheiden wir uns gegen Kreditvergaben im Jahr 2019“, sagte Lauffer. Zugleich verwahrte er sich entschieden gegen den Versuch der Politik, steuern und regelnd in die Geschäfte der Bank einzugreifen. „Diese Sparkasse besteht seit nahezu 170 Jahren auch, weil die jeweiligen Vorstände – losgelöst von politischen Wünschen – die Wirtschaftskraft und die Eigenkapitalstärke im Fokus hatten und haben. Das mag nicht jedem auf Anhieb gefallen, sichert aber die Zukunft der Stadtsparkasse Bad Pyrmont als tragendes Element in unserer Stadt.“

Lauffer und Veneman legten vor diesem Hintergrund Wert auf die Tatsache, dass es auch 2015 eine lokale Förderung durch die Stadtsparkasse und ihre Stiftung gegeben haben. Beide zusammen hätten 350000 Euro gemeinnützige und soziale Zwecke unterstützt. Doch auch die Stiftung hat mit den Niedrigzinsen zu kämpfen. Um weiterhin leistungsfähig zu sein, werde die Stiftung künftig differenzierte aufgestellt, kündigte Abteilungsleiter Manuel Eggert. „Wir wollen Erträge nicht nur aus Zinsen sondern auch aus Wertpapieranlagen und perspektivisch aus dem Kauf von Immobilien in Bad Pyrmont erzielen.“ Im vergangenen Jahr sei zudem ein siebenstelliger Betrag aus Privatvermögen und Nachlässen von Kunden gestiftet worden.

Kritik hatten Kunden in jüngster Vergangenheit an der Erhöhung der Kontogebühren geübt. Lauffer wies das als ungerechtfertigt zurück und verwies auf die hohen Kosten für die Einführung der „Internetfiliale“ in den vergangenen 10 Jahren, die mittlerweile 40 000 Mal pro Monat genutzt werde.

Trotz der schwierigen Zeiten zeigte sich der Sparkassenchef zuversichtlich: „Wir sind so aufgestellt, dass wir die Herausforderungen der Zukunft auch als eigenständige Sparkasse meistern können.“ Eine Fusion sei kein Thema.



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