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Dr. Dieter Alfter gewährt erste Einblicke in das neue Schloss-Museum

Noch sind die Räume leer

Bad Pyrmont. „Immer wieder bleiben Besucher vor den Glastüren in der ersten Etage des Museums stehen, um einen Blick in den dahinter befindlichen Raum zu werfen. Die farbliche Gestaltung macht eben aufmerksam und neugierig“, sagt Dr. Dieter Alfter. Obwohl frisch im Ruhestand, will der ehemalige Leiter die Umgestaltung des Museums noch begleiten. Sehr zur Freude von Bürgermeister Klaus Blome und Klaus-Henning Demuth, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, die Alfter gestern bei einem Rundgang durch die nahezu fertig gestrichenen Räume begleiteten. Beide bekunden unisono, wie froh sie darüber seien, dass der ehemalige Museumsleiter sein profundes Fachwissen sowohl in die Baumaßnahme im Schloss als auch in die Gestaltung der späteren badgeschichtlichen Dauerausstellung einfließen lässt.

veröffentlicht am 14.01.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Das Entree des Museums ist bereits fertig. In ansprechend warmem gelb-bronzenem Farbton empfängt es den Besucher, lichtdurchflutetes Glas vermittelt einen freundlichen Empfang. Dieser Bereich wird laut Demuth mit 51 500 Euro über die Stadt Pyrmont finanziert, während die Gelder des Museumsvereins vorrangig in die sich daran anschließende Etage der Dauerausstellung fließen. Und damit geht es auch schon in die farblich neu gestalteten Räume, die künftig die Nachweise Pyrmonter Badgeschichte aufnehmen und präsentieren sollen. Dazu werden laut Dr. Alfter nicht nur die Exponate entsprechend visuell in Szene gesetzt, auch akustisch soll der Besucher in den jeweiligen Räumen an das ausgestellte Thema herangeführt werden.

So ist der erste große Salon den im 18. und 19. Jahrhundert verwendeten Salonfarben nachempfunden und in einem satten Rotton gestaltet, der jedoch keineswegs aggressiv wirkt, sondern geradezu zum Verweilen einlädt. Der Fußboden ist wie in der Beletage gestaltet und aus Landesmitteln finanziert. „Im Hintergrund ist, mit Kirchenglocken untermalt, Stimmengemurmel vernehmbar und vermittelt dem Besucher den Eindruck, als sei er Teil einer kurenden Gesellschaft auf der Hauptallee“, beschreibt Alfter die besondere Atmosphäre dieses Raumes, in dem vorrangig die bekanntesten in Pyrmont kurenden Persönlichkeiten auf die Besucher schauen werden. Mittig, als zentraler Punkt, wird das originale Clavichord der Königin Luise von Preußen stehen.

Mit einem Rechtsschwenk nähert sich der Gast dem Wasserthema. In dem dunkelblau gehaltenen Raum soll dort der Brunnenfund zur Schau gestellt werden, der um 44 Fibeln angereichert wird. Die befinden sich zurzeit noch im hessischen Landesmuseum, sind dort aber kaum der Öffentlichkeit präsentiert worden. Zudem soll die annähernd 2000 Jahre alte Geschichte der bereits damals bekannten „heiligen Quellen“ erlebbar dargestellt und akustisch durch brodelndes Wasser geheimnisvoll untermalt werden. An der Wand entlang wird eine Schräge den auf einen Rollstuhl angewiesenen Besucher den Zutritt in den nächsten Raum – ganz in Türkis gehalten – ermöglichen. Hier geht es vorrangig um die Geschichte des Bades, die Trinkkultur und medizinischen Besonderheiten.

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Dr. Dieter Alfter, Klaus Blome und Klaus-Henning Demuth (v. li.) präsentieren den Plan für die Gestaltung des großen Salons.

Links vom Empfangssalon wird der Besucher mit der Geschichte des Kurortes vertraut gemacht. Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zu den Veränderungen im Rahmen der Expo 2000 und der Vision des Weltkulturerbes werde sich der Bogen spannen, dargestellt mit Bildern und in einer Vitrine sowie einem großen, die gesamte Wand ausfüllenden Gebilde, sollen unzählige Exponate wie Gläser oder Porzellan gezeigt werden. Enden wird der Museumsrundgang in einem Raum, in dem die drei Säulen Kur, Kultur und Natur zusammen fließen – untermalt von Telemannscher Musik.

„Ich wäre überaus zufrieden, wenn wir mit dem neu gestalteten Museum, das dann in seiner modernen Form aktuellen und visionierten Ansprüchen genügen dürfte, 20 000 Besucher pro Jahr erreichen“, sagt Alfter und betont, dass die Kosten für den Umbau deutlich unter denen lägen, die ansonsten für vergleichbare, renommierte Häuser aufgewendet werden: „Wir sind da außerordentlich sparsam gewesen, trotz höchster Qualität.“ Demuth rechnet vor, dass nach Fertigstellung gut 400 000 Euro in die Neugestaltung des Museums investiert sein dürften. Ein Großteil sei über das Land Niedersachsen auch aus EU-Mitteln geflossen, doch auch der Museumsverein habe 83 500 Euro beigesteuert.

Derzeit werden die Holz-Innenausbauten ausgeschrieben, dann vergeben und ausgeführt. Daher könne es sein, dass der bislang geplante Abschluss der Arbeiten bis Ende März nicht eingehalten werden kann und sich die Fertigstellung verzögert. Dennoch sei man mit der Entwicklung des Vorhabens zufrieden und hofft, spätestens im Mai das neue Schloss-Museum einweihen zu können. Alfter, Demuth und Blome glauben fest daran, dass mit der farblich ansprechenden Renovierung, der modernisierten und museumspädagogisch überarbeiteten Gestaltung sowie den noch zu konzipierenden Details zur Besucherführung und -betreuung nicht nur Gäste, die sich ohnehin in der Stadt aufhalten, das Museum anschauen werden, sondern auch Besucher eigens kommen, um dann in Pyrmont zu verweilen.



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