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„Rot-Weiß“ Thal lassen die Zustände im Sportheim keine Ruhe

Neues Gebäude in Eigenleistung?

THAL. Schon lange sind es die Verantwortlichen des Fußballvereins Rot-Weiß Thal leid, immer wieder vom selben Thema genervt zu werden. Die Umkleideräume am Sportplatz sind in einem derart desolaten Zustand, dass eine Nutzung quasi unzumutbar geworden ist. Das betonte der Vorsitzende Thomas Möller anlässlich der Jahreshauptversammlung vor einem Häuflein Aufrechter

veröffentlicht am 24.04.2017 um 12:51 Uhr

Heinz-Werner Nolte zeigt Feuchtigkeitsschäden in einem Lagerraum des Sportheims. foto: arhciv/ti

Autor:

Rudi Rudolph und Klaus Titze
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Es gab allseitige Zustimmung, denn in dem maroden Gebäude sind die Duschmöglichkeiten gleich Null. „Aber die sind nötig, denn Fußball ist ein Mannschaftssport, bei dem auch zur Sache gegangen wird“, betont Möller.

Thals Ortsvorsteher Werner Ritterbusch unterstützt diese Sicht. Er, der auch als Trainer im Jugendförderverein Union Bad Pyrmont tätig ist, kann die Situation beurteilen. „Die Vereine holen Leute sinnvoll von der Straße und erfüllen eine wichtige soziale Funktion“, findet er. „Doch die Stadt erfüllt nicht die Voraussetzungen dafür. Wie lange kann man in dem Gebäude die Verantwortung für die Nutzung durch Kinder übernehmen?“ Hinzu komme, dass eine Nutzung des Fußballplatzes für den Jugendförderverein elementar sei, da andere Plätze in Bad Pyrmont überlaufen seien. Dabei seien, so Ritterbusch, die Eigentumsverhältnisse geklärt, und inzwischen gäbe es bereits zwei Lärmschutzgutachten. Doch jegliche Erweiterung scheitert.

Erst Anfang des Jahres habe die Vereinsspitze mit Vertretern der Stadt vor Ort darüber diskutiert, „doch es traut sich keiner so recht ran“, so Ritterbusch. Eine Containerlösung komme nicht in Frage, da das Areal am Sportplatz kein Bebauungsgrund sei.

In der Versammlung wurde auch ein Neubau in Eigenleistung diskutiert. Das kam gut an, und gleich mehrfach wurde vorgeschlagen, nach Ausschöpfung von möglichen Fördermitteln, mit Eigenleistungen ein komplett neues Gebäude zu errichten. Sowohl der Vorstand als auch Werner Ritterbusch wollen jetzt klären, wie realistisch so eine Möglichkeit ist. Dabei ist nicht nur die sportliche, sondern auch die finanzielle Basis des Vereins sicher und solide, wie Kassenwart Walter Heuer berichtete.

Als Ärgerthema begleitet die Diskussion ums Sporthaus die Thaler, aber auch die Politiker vor Ort und in Bad Pyrmont seit vielen Jahren. In einer der letzten Sitzungen des inzwischen aufgelösten Ortsrates hatte Ortsratsmitglied Harald Jankowski 2015 massive Kritik an der mangelnden Unterstützung und dem Hingehalten-Werden durch die Stadtverwaltung geübt (wir berichteten). Selbst an der Beseitigung festgestellter Feuchtigkeitsschäden habe sich nichts bewegt, wie der 2016 eingesetzte Ortsvorsteher Werner Ritterbusch angibt. Bei einem Ortstermin am Sportheim habe er mit Bad Pyrmonts Baudezernent Matthäus Schmidt „ausgiebig über die Situation gesprochen“, so Ritterbusch. Dabei sei unter anderem auch die Spielaktivität dreier Jugend-Mannschaften der Union angesprochen worden. „Ich habe auch klar zu verstehen gegeben, dass man nicht von einer Förderung des Jugendsports sprechen könne, die Sportler aber dann insbesondere bei der erforderlichen Infrastruktur im Regen stehen lasse.“ Nach seinem aktuellen Erkenntnisstand bliebe ohne weitere baurechtliche Maßnahmen an dem Altbau nur eine Sanierung des von Feuchtigkeit betroffenen Lagerraums möglich. Doch damit gewinne man lediglich einen Raum zur Lagerung von Sportutensilien. „Gewünschte Duschmöglichkeiten für die Kinder entstehen hierdurch nicht“, erklärt Ritterbusch. Damit, wie überhaupt bei Eingriffen in Form baulicher oder angedachter Nutzungsänderungen, seien Bauanträge verbunden, wie auch bei der ins Gespräch gebrachten Neubau-Variante.

Das bestätigt Jürgen Harney vom Bauamt der Stadt. „Durch die aktuelle rechtliche Situation im Bezug auf ausgehende Lärmemissionen kann selbst eine Nutzungsänderung nur über ein baurechtliches Verfahren genehmigt werden“, stellt er klar. Und er weist darauf hin: „Wir würden gern den Sportverein in seinen Vorhaben unterstützen.“ Der Vorstand könne sich direkt ans Bauamt wenden. Dabei könne eine an sich rechtsunverbindliche Bauvoranfrage, aus der die Absichten und Fragen des Vereins hervorgehen, hilfreich sein. „Ich bin sicher, in der Angelegenheit zu einem für alle Seiten guten Ergebnis kommen zu können“, erklärte Harney.

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