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Eltern kritisieren Lehrer- und Raummangel an anderen Schulen

Neidischer Blick aufs Humboldt-Gymnasium

BAD PYRMONT. Angesichts des gut ausgestatteten Neubaus des Humboldt-Gymnasiums kritisieren Elternvertreter den Zustand von Grund- und Haupt- und Realschule. Es herrsche Raummangel. Aus Sicht der Verwaltung trifft das nicht zu.

veröffentlicht am 31.08.2018 um 16:53 Uhr

Der Neubau des Humboldt-Gymnasiums. Andere Schulen müssen mit weitaus bescheideneren Räumlichkeiten auskommen. Foto: wfx
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Klaus Titze Reporter
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„Wat den Eenen sin Uhl is den Annern sin Nachtigall“. Fritz Reuters Ausspruch sagt übersetzt: „Jeder sieht die Sache aus seiner Perspektive“. In der Realität bestätigte sich der Spruch nach der Führung durch das neu errichtete Humboldt-Gymnasium im Rahmen der anschließenden Fachausschuss-Sitzung für Schule und Jugend, die auf Einladung der Schulleiterin Dr. Barbara Conring in einem Klassenraum des Gymnasiums stattfand.

Die Schulleiterin zeigte den Mitgliedern des Schulausschusses nicht nur gut ausgestattete Unterrichts- und Fachklassenräume, sondern auch Besonderheiten wie Arbeitsnischen und Wasserspender auf den breiten Fluren, großzügige Besprechungs- und Beratungsräume für Lehrkräfte.

Bei den Elternvertretern, begleitenden Lehrkräfte und Schulleitungen der Schulen, die sich wie die Grund- und Hauptschulen oder auch die Realschule mit den alten Gemäuern arrangieren müssen, weckte dieser Rundgang entsprechende Kritik. Kathrin Brechbühler als Elternvertreterin brachte es auf den Punkt: Der Realschule fehle ein Musikraum sowie ein EDV-Raum, wobei sie wohl den zuvor besichtigten und geradezu ideal ausgestatteten Fachklassenraum für Informatik am Gymnasium vor Augen gehabt haben dürfte. Ebenso müssten sich 20 Lehrkräfte an der Realschule zwei Toiletten teilen.

Aus der Vorlage der Verwaltung zumindest hatte sich eine ausreichende Raumausnutzung unter Berücksichtigung zu erwartender Schülerzahlen sowohl für die Herder- als auch für die Max-Born-Realschule ergeben. Allerdings war in der Vorlage auch abschließend vermerkt, dass in Anbetracht des steigenden Bedarfs die Möglichkeit offen gehalten werde, in der Herder- und der Realschule frei werdende allgemeine Unterrichtsräume für Kurse oder Klassen des Humboldt-Gymnasiums zu verwenden.

Dieses Vorhaben dürfte bei den Schulleitungen der Haupt- und Realschule nicht unbedingt auf Begeisterung stoßen, da diesen Schulen vergleichbare Räume wie Besprechungs- und Rückzugsräume fehlen. Nach angeregter Diskussion verblieb es bei der Einschätzung, dass ein notwendiges Raummanagement, wie von Ursula Körtner (CDU) angesprochen, eine Entlastung räumlicher Probleme bringen könne. Will heißen, dass allgemeine Unterrichtsräume von anderen Klassen genutzt werden können, wenn sich die eigentliche Klasse in einem Fachklassenraum aufhält. Somit würden vorübergehend leere Klassenräume sinnvoll genutzt.

Dieses Raummanagement löse zwar möglicherweise zeitlich anstehenden Raumbedarf, jedoch nicht die von Cathrin Meihost vorgetragene Kritik, dass der Realschule Lehrer fehlen. Sie sei als Elternratsvorsitzende enttäuscht, da sie als in Lügde wohnhaft bewusst die Pyrmonter Realschule für ihr Kind ausgesucht habe. Nun müsse sie eine schlechte Lehrerversorgung feststellen. „Ich habe eben die Ausstattung des Gymnasiums gesehen und bin perplex, wie drastisch der Unterschied zu den anderen Schulformen in Bad Pyrmont ist.“

Ausschussvorsitzende Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) betonte, dass es Neubauten nun mal eigen sei, sich von alten Strukturen zu unterscheiden. Was die räumliche Situation anginge, werde sich die Verwaltung im Rahmen ihres Raumbedarfprogramms auch mit der Musikschule beschäftigen, um so Alternativen zum Musikunterricht auch der Realschule zu ermöglichen. Im übrigen sei es notwendig, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzten und gemeinsam versuchen sollten, Lösungsmöglichkeiten für erkannte Probleme zu finden. Ansonsten könne man als Schulausschuss wenig an der personellen Situation ändern. Dennoch bliebe der Weg, die Landespolitiker der Region auf das Problem anzusprechen, so Patzig-Bunzel.



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