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Wer Ingrid P. kannte, steht unter Schock / „Sie fehlt uns“

Nach Mord: Wissenschaftler analysieren Tatort-Spuren

Bad Pyrmont (ube). Wer sie kannte, ist entsetzt und geschockt. Ingrid P. (76) wurde das Opfer eines Mörders. Der 20 bis 30 Jahre alte Mann, nach dem eine Sonderkommission fieberhaft fahndet, ist immer noch auf freiem Fuß. Hinweise aus der Bevölkerung würden weiter abgearbeitet, Anwohner und Kurgäste befragt, meldet Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki. Bei der Auswertung der am Tatort gesicherten Spuren werden die Hamelner Kriminaltechniker von Wissenschaftlern des Landeskriminalamtes Niedersachsen unterstützt.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 07:41 Uhr

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Am Mittwoch um 15.46 Uhr hat der Verbrecher die Seniorin auf dem Parkplatz der Hufeland-Therme attackiert. Kaltblütig stach er der Frau mehrfach in den Hals. Ingrid P. starb im Krankenhaus. Sie ist verblutet. Warum, fragen sich die Menschen in Bad Pyrmont, ist der Täter so brutal vorgegangen? „Es ist unfassbar, dass so etwas Schreckliches in unserem beschaulichen Kurort passiert ist“, sagt Waltraud Schrodt (66), die Ingrid P. aus dem Fitnessstudio und von der Senioren-Union her kannte. Eine „ganz liebe, einfach eine tolle Frau“ sei sie gewesen. Sie war fit und aufgeschlossen, eine, die im Internet surfte und Wert auf ihr Äußeres legte. „Und sie war immer flott angezogen“, erzählt Waltraud Schrodt. Zweimal pro Woche habe sie die 76-Jährige beim Sport getroffen. „Sie fuhr gern Fahrrad.“ Das bestätigt auch Physiotherapeut Patrick Küfner (28): „Sie saß viel auf dem Trimmrad, hatte Spaß an der Bewegung und tat bewusst etwas für ihr Herz-Kreislauf-System.“ In Küfners Bio-Fitnessstudio gibt es seit dem Mord nur ein Gesprächsthema. Die Mitglieder sprechen über die Tat, die so unbegreiflich ist. „Sie fehlt uns“, sagt Küfner.

Kurdirektor begrüßt Sicherheitsdiskussion

Ingrid P. hatte am Tag, als sie starb, die Sauna in der Hufeland-Therme besucht. Sie wollte wohl gerade in ihren Mercedes steigen, um heim zu ihrem betagten Mann (93) zu fahren. Dazu kam es nicht mehr. Der Mörder hat sie in ihrem Wagen angegriffen. Eine Zeugin sah noch, wie Ingrid P. auf dem Parkplatz umherirrte; die Frau alarmierte die Polizei. Es heißt, der Täter habe auf dem Beifahrersitz gesessen. Der Mann trug eine hüftlange Schimanski-Jacke – er flüchtete in Richtung Bergkurpark. Ein Rentner (79) versuchte vergeblich, ihm zu folgen.

Wer mit Ingrid P. bekannt war, spricht nur gut von ihr. Auch Ingeborg Hilmer (74) kennt sie vom Sport. „Immer montags und freitags war sie im Studio.“ Dass Ingrid P. „so brutal aus dem Leben gerissen wurde“, kann Ingeborg Hilmer nicht fassen. „Wir haben sie gern gehabt“, sagt die 74-Jährige. Als „korrekt, freundlich, liebenswert und sehr fürsorglich“ wird Ingrid P. beschrieben. Sie habe sich liebevoll um Mann und Tochter gekümmert, heißt es. Körperlich soll sich Ingrid P. mit Fitnesstraining, geistig mit Gehirnjogging fitgehalten haben.

Als „eine nette alte Dame mit Niveau“ beschreibt Werner Lange, Vorsitzender der Senioren-Union, die Ermordete. Anlässlich ihres gewaltsamen Todes wird sich die Vereinigung der CDU heute ab 19 Uhr öffentlich im Gasthaus „Altes Zollhaus“ mit dem Thema „Schutz älterer Menschen vor Verbrechen“ auseinandersetzen. Diskutiert werden solle auch darüber, ob es sinnvoll ist, öffentliche Plätze mit Videokameras zu überwachen. „Das könnte ja abschreckende Wirkung haben“, meint Lange.

Bad Pyrmonts Kurdirektor Heinz-Hermann Blome sagte, er begrüße es, „wenn sich ältere Menschen zusammensetzen, eine solche Tat bewerten und über Sicherheitsaspekte sprechen“. Für den Fall, dass Verbesserungsvorschläge gemacht werden, hat Blome Gesprächsbereitschaft signalisiert.



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