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Frauenchor Löwensen gehört bald der Vergangenheit an

Nach 65 Jahren: Verein löst sich auf

LÖWENSEN. Die Kurstadt wird um einen traditionsreichen Verein ärmer. Zuletzt waren es nur noch 15 aktive Mitglieder – zuwenig, um als Chor weiterhin stimmkräftig aufzutreten. Deshalb hat der Frauenchor Löwensen seine Auflösung beschlossen. Damit geht eine 65-jährige Vereinsgeschichte zu Ende.

veröffentlicht am 19.01.2017 um 16:31 Uhr

Ute Grimmig (mit Fahne des Frauenchors, rechts) versammelte alle Anwesenden zu einem „historischen Foto“ anlässlich der letzten Generalversammlung des Singkreises. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Die Entscheidung zu diesem folgenschweren Schritt dürfte den Mitgliedern sicher nicht leicht gefallen sein. Zumal der letzten Jahreshauptversammlung auch Mitglieder beiwohnten, die von Anfang dabei gewesen sind, also bereits 1952 an Proben teilnahmen und Auftritte absolvierten. „Die ein oder andere Singstimme kam damals wohl eher aus kindlicher Kehle, aber ich finde es eine ganz tolle Leistung – gerade von diesen Unterstützerinnen, die dem Frauenchor so lange ihre Treue erwiesen haben“, betonte Ute Grimmig als erste Vorsitzende. Nun wird ein Ordner mit unzähligen Erinnerungen geschlossen, da der Frauenchor zwar noch von 35 passiven Mitgliedern unterstützt wird, mit nur noch 15 aktiven Stimmen jedoch nicht mehr singfähig sei. Ein Blick in diese Sammlung unzähliger Singanlässe, von Geburtstagsfeiern, dörflichen Anlässen bis hin zu Teilnahmen an Konzerten und Jubiläen, zeigt: diese Sammlung ist nicht nur eine Erinnerung an den Löwenser Frauenchor, sondern auch eine Chronik über Familien und einzelne Personen. So finden sich in einer Aufstellung die Namen von vierzig Frauen, die sich als Gründungsmitglied im Herbst 1952 von Henny Rüß haben eintragen lassen. Sie war damals von Haus zu Haus gezogen und hatte um Mitglieder geworben.

Der erste öffentliche Auftritt fand beim Sängerball am 7. März 1953 statt. Doch auch Kurioses lässt sich beim Blättern entdecken. So befindet sich ein Lieferschein mit Datum vom 4. Februar 1966 in der Sammlung, aus dem hervorgeht, dass der Frauenchor sich von August Hartmann, einem Lebensmittel und Spirituosenhändler in der Brunnenstraße, „1 Pckt Zigarren“ aushändigen ließ. Was macht man nun mit einer chronologischen Sammlung von Vereinsaktivitäten? Das fragte sich die Vereinsvorsitzende. Und vor allem: „Was machen wir mit unserer Fahne?“ Ute Grimmig schlug vor: „Die Fahne, die uns vom Pyrmonter Schützenverein zum 10-jährigen Jubiläum überreicht worden ist, könnte in den Fundus des Museums übergehen.“ In den Gesichtern war sogleich zustimmende Erleichterung erkennbar, wobei die Schriftensammlung wohl eher für das städtische Archiv interessant sein könnte.

„Trotz allen Wehmutes möchte ich sagen, dass wir nur unser gemeinsames Singen aufgeben werden. Damit will ich sagen, lasst uns auch weiterhin zusammekommen und gemeinsam etwas unternehmen“, appellierte die Singkreis-Chefin und hob damit die Moll-Ton-Stimmung in eine höhere Tonlage.



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