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Vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance geben

„Mutmacher für andere Jugendliche“

Detmold/Lage. Sebastian Nedderhof fährt jeden Tag rund vier Kilometer mit seinem Fahrrad zur Arbeit, von seinem Wohnort Billinghausen bis zur Firma Remko in Lage. Er ist dort im zweiten Ausbildungsjahr als Fachlagerist und dafür zuständig, Waren anzunehmen und sachgerecht zu lagern. Beim Spezialisten für Klima- und Wärmetechnik ist Logistik ein wichtiger Baustein im Betriebsablauf. „Wer durch unsere Schule geht, kann Logistik“, betonen Stefanie Klaas und Stephan Schlüter, die den 18-jährigen Auszubildenden tatkräftig in der Lehrzeit unterstützen.

veröffentlicht am 08.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

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Im Sommer 2015 wird sich zeigen – je nach Abschluss der zweijährigen Ausbildungszeit – ob Remko ihrem Azubi anbietet, die Ausbildungszeit um ein Jahr zu verlängern, um einen Abschluss als Fachkraft für Lagerlogistik anzustreben. „Das sind Etappenziele, die anspornen und demonstrieren, wie Teilziele auch für vermeintlich schwächere Kandidaten Erfolg versprechen können“, so die Einschätzung von Heinz Bröcker, der ehemalige Klassenlehrer von Sebastian Nedderhof. „Ich hatte Sebastian in meiner ‚BuS‘-Klasse (Betrieb und Schule) an der Heinz-Sielmann-Schule in Oerlinghausen als einen zuverlässigen Schüler kennengelernt, der Zutrauen in seine Fähigkeiten brauchte. Meine Aufgabe als Lehrer habe ich darin gesehen, ihn darin zu bestärken, das eigene Potenzial auch entfalten zu können.“

Mit Überzeugungskraft war klar, dass sich Sebastian alsbald um Praktikumsstellen bemühte, denn das Prinzip der einstigen „BUS“-Klasse, der jetzigen Klasse mit Langzeitpraktikum, ist es, neben dem schulischen Unterricht verstärkt Praktika zu ermöglichen, damit die Schüler Betriebserfahrung erhalten und sich ihren Berufseinstieg erleichtern. So kam Sebastian Nedderhof zu Remko. Er hatte sich beworben, was bei Stephan Schlüter extrem gut ankam: „Denn Praktikumsplätze sind nicht immer fertig vorhanden, sondern werden oftmals aufgrund der Nachfrage gemacht bzw. angeboten – gerade in Betrieben, die kontinuierlich wachsen.“ Der nächste Schritt: die Performance im Praktikum und die Chemie zwischen Praktikant und Mitarbeitern. „Hier stimmte alles“, betont Schlüter, „sodass wir einen Ausbildungsvertrag angeboten haben.“ Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur, sieht diese Erfolgsgeschichte als „Mutmacher“ für viele andere Jugendliche, die als vermeintlich schwächere Bewerber gelten und für einstellende Betriebe, die händeringend nach Auszubildenden suchen. Thiele: „Es geht darum, Chancen zu geben und daraus berufliche Perspektiven zu eröffnen.“ Seine Vision: 200 bis 300 zusätzliche Ausbildungsplätze für 2015 bei den Unternehmen in Lippe einzuwerben für vermeintlich schwächere Jugendliche. Sebastian Nedderhof, der nicht nur leidenschaftlich gerne Fahrrad fährt, sondern auch mal mit der Playstation spielt und Freunde trifft, schwört andere Mädchen und Jungen von Haupt- und Förderschulen zusätzlich ein: „Sucht Euch Praktika, sucht Euch eine Ausbildung. Es ist Eure Zukunft, und damit Euer Ding!“



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