weather-image

Mit Hightech, Hunden und Spezialisten – Polizei fahndet nach dem Verbrecher / Gärten durchsucht

Mutiger Rentner verfolgt den Frauenmörder

Bad Pyrmont. Der Notruf geht um 15.46 Uhr bei der Polizei ein. Eine Pyrmonterin meldet: „Hier auf dem Parkplatz an der Hufeland-Therme irrt eine Frau umher.“ Die Beamten ahnen nicht, dass ein Kapitalverbrechen geschehen ist. Wenige Minuten später ist eine Streifenwagen-Besatzung vor Ort. Die Polizisten sehen einen Mercedes. Die Beifahrertür ist geöffnet. Hinter dem Steuer liegt eine alte Dame. Blutüberströmt. Sie ist bewusstlos.

veröffentlicht am 29.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 08:41 Uhr

Kriminaltechniker setzen am Tatort Hightech ein: Auf dem Parkpla

Autor:

Ulrich Behmann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Ermittler schlagen sofort Alarm, leisten Erste Hilfe. Kurz darauf trifft ein Rettungswagen des Roten Kreuzes ein. Da der Pyrmonter Notarzt bei einem Herzinfarkt-Patienten ist, schickt die Regionalleitstelle Weserbergland den Rettungshubschrauber „Christoph 13“ aus Bielefeld zum Tatort.

Zeugen berichten der Polizei, dass ein 20 bis 30 Jahre alter Mann mit hüftlanger Jacke auf dem Beifahrersitz gesessen hat. Er sei in Richtung Bergkurpark geflüchtet, erzählt ein Rentner (79), der vergeblich versucht hat, dem Unbekannten zu folgen.

Eine Großfahndung wird ausgelöst. Während sich ein Notarzt-Team um die klinisch Tote kümmert und sie ins Leben zurückholt, zieht die Polizeiinspektion alle verfügbaren Kräfte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zusammen. Die Pyrmonter merken, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Zahlreiche Streifenwagen fahren mit Blaulicht und Sirene durch die Kurstadt. Spürhunde und Kriminaltechniker rücken an.

Ingrid P. (76) wird noch in die Notaufnahme des Bathildiskrankenhauses eingeliefert. Dort stirbt sie. Der Täter hat ihr brutal in den Hals gestochen. Warum, das weiß noch niemand. Ermittler schließen einen Raubmord nicht aus.

Die Pyrmonterin wohnte in der Innenstadt mit ihrem 93-jährigen Ehemann zusammen. Sie hinterlässt auch Tochter und Sohn.

Auf dem Parkplatz beginnt die Spurensuche. Kriminaltechniker aus Hameln fotografieren den Tatort, sammeln Beweisstücke ein. Kriminalbeamte aus Hannover bringen die einzige derzeit bei der niedersächsischen Polizei verfügbare „Sphäronkamera“ nach Bad Pyrmont. Mit dem 60 000 Euro teuren Hightech-Gerät, das bislang erst an drei Schauplätzen von Verbrechen eingesetzt wurde, werden Digitalbilder in einem 360-Grad-Winkel gemacht. Mit dieser Technik können Tatorte am Computer virtuell begehbar gemacht werden. Diensthunde aus Hameln und aus Hildesheim werden zum Parkplatz gebracht.

Die Polizei setzt alle Hebel in Bewegung, um den Mann, der die Frau getötet hat, zu fassen. Um Mitternacht sagt der Leiter der Mordkommission, der Erste Kriminalhauptkommissar Axel Brünger: „Wir haben den Täter noch nicht, fahnden aber weiter.“

Der Täter trug eine Schimanski-Jacke

Bereitschaftspolizisten aus Göttingen sind inzwischen zur Verstärkung angerückt. Sie umstellen eine Kleingartenanlage am Kalkweg. Mit Fährtenhunden werden die Parzellen durchsucht.

Im Kommissariat von Bad Pyrmont herrscht Hochbetrieb – Polizisten vernehmen Zeugen, ein Zeichner des Landeskriminalamtes fertigt Phantombilder an. Es wird gefunkt und telefoniert, gefahndet und kombiniert. Gesucht wird ein 1,70 bis 1,80 Meter großer Mann, der eine abgetragene Jeanshose und eine dunkle – möglicherweise grün-braune – Schimanski-Jacke trug.

Die Mordkommission „Hufeland“ bittet um Hinweise. Telefon: 05281/9406161.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt