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Aussage des couragierten Helfers dürfte das Strafmaß für den mutmaßlichen Täter erheblich erhöhen

Mutig: 58-Jähriger verfolgt und stellt Ladendieb

Bad Pyrmont (jl). „Das würde ich morgen wieder genauso machen“, sagt Henry Gädicke. Dabei hat der 58-Jährige gerade etwas getan, was ihm so schnell keiner nachmachen würde – und wohl auch kaum könnte: Er hat am Dienstagnachmittag einen flüchtenden Ladendieb verfolgt, gepackt und so lange festgehalten, bis die Polizei anrückte. „Aus meiner Ausbildung als Fallschirmjäger bei der NVA kenne ich den Griff noch“, sagt Gädicke. „Was man einmal gelernt hat, vergisst man nicht.“ Was die Situation brisant machte: „Der Mann hat laut geschrien: ,Lass mich los oder ich stech’ Dich ab’, erinnert sich Gädicke.

veröffentlicht am 30.10.2009 um 22:20 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:41 Uhr

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Als der Ladendieb – ein 28-jähriger drogenabhängiger Pyrmonter – sich dann mit der freien Hand in die Jackentasche griff, ging alles blitzschnell. „Ich habe ihm ein Messer aus der Hand getreten“, so der couragierte Wahl-Pyrmonter weiter. „Aber es ging alles so schnell.“ Zu seinem Einsatz kam er völlig unvermittelt: „Ich trank bei „arko“ einen Kaffee und wartete auf meine Frau“, erinnert sich Gädicke. „Da lief plötzlich ein Mann vorbei und hinterher eine Parfümerie-Mitarbeiterin, die ich kenne.“ Die Frau habe ihn um Hilfe gebeten – und der 58-Jährige nahm die Verfolgung auf. An der Ecke Altenaustraße bekam er den Flüchtigen zu fassen.

An die große Glocke hängen wollte der nach einer Krebserkrankung vor sechs Jahren frühpensionierte Gädicke, der sich als Hausmeister ein bisschen dazuverdient, seine mutige Aktion eigentlich nicht. Als die Polizei den Dieb übernahm, traf der 58-Jährige wie verabredet seine Frau und ging mit ihr nach Hause. Deshalb brachte er die Sache mit dem Messer gegenüber der Polizei auch erst zur Sprache, als er am Donnerstag in den PN las, laut Polizei habe eine Verkäuferin den Dieb gestellt. Das er ein nicht unwichtiger Zeuge sein konnte, wurde ihm da erst bewusst.

Kriminalhauptkommissar Frank Weiss von der Pyrmonter Polizei fragt jetzt: „Wer weiß etwas über den Verbleib des Messers?“ Denn die Waffe war längst verschwunden, als die Polizei von ihrer Existenz erfuhr. Hinweise erbitten die Ermittler unter Telefon 05281/94060. Denn die versuchte Messerattacke dürfte sich erheblich auf das Strafmaß für den inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden 28-Jährigen auswirken. Zunächst schienen nur vier Ladendiebstähle und einige geklaute Sammelbüchsen auf sein Konto zu gehen. Für Diebstahl mit Waffengewalt drohen dem Suchtkranken hingegen nicht unter drei Jahre Haft.

Frank Weiss (re.) und sein Kollege Stefan Nehrig von der Pyrmonter Polizei danken Henry Gädicke für seinen couragierten Einsatz, nachdem der 58-Jährige ihnen den Hergang vor Ort geschildert hat. Foto: jl



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