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„Das ist eine einzigartige Chance

Museumsleiterin verlässt Bad Pyrmont

BAD PYRMONT. Ihre Entscheidung ist gefallen: Bad Pyrmonts Museumsleiterin Vanessa Charlotte Heitland wird Bad Pyrmont verlassen und die Leitung der Städtischen Galerie in Villingen-Schwenningen übernehmen. Sie werde ihre neue Stelle voraussichtlich erst am 1. Juni übernehmen.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 13.02.2018 um 22:00 Uhr

Als Vanessa Charlotte Heitland im Sommer 2015 ihren Vertrag als Leiterin des Museums im Schloss unterschrieb, waren Bürgermeister Klaus Blome (re.) und der Vorsitzende des Museumsvereins, Klaus-Hening Demuth (M.), glücklich, eine kompetente Nachfolge
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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BAD PYRMONT. Ihre Entscheidung ist gefallen: Bad Pyrmonts Museumsleiterin Vanessa Charlotte Heitland wird Bad Pyrmont verlassen und die Leitung der Städtischen Galerie in Villingen-Schwenningen übernehmen. Das hat sie auf Anfrage am Dienstag bestätigt und angekündigt, dass sie die kommende Ausstellung mit dem Titel „Floating“, die vom 8. März bis 27. Mai im Museum im Schloss gezeigt und von ihr kuratiert wird, von Anfang bis Ende betreuen wird. Daher werde sie ihre neue Aufgabe in Baden-Württemberg voraussichtlich erst am 1. Juni übernehmen.

Am Sonntag hatte Heitland noch gesagt, dass sie sich noch nicht entschieden habe. Die 30-jährige Kunsthistorikerin hatte sich um die Leitung der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen beworben und Ende vergangener Woche den Zuschlag unter 41 Bewerbern erhalten (Bericht vom Montag). „Die Galerie hat einen sehr guten Ruf, und für mich ist das eine einzigartige Chance“, begründete sie ihre Entscheidung. „Das Haus verfügt über eine großartige Sammlung mit wahren Schätzen, die aus der Zeit vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart stammen“, fügte sie hinzu und betonte: „Ich sehe in Villingen-Schwenningen ganz andere Möglichkeiten für mich.“ Eine Rolle spiele auch, dass die Stadtverwaltung sehr rege sei, was das kulturelle Leben angehe und sie stellvertretende Leiterin des Kulturamtes werde, was ihr mehr Entscheidungskompetenz geben dürfte. In Bad Pyrmont ist sie als Museumsleiterin dem Fachbereich „Schulen, Jugend und Kultur“ unterstellt. Ihr Vorgänger Dr. Dieter Alfter hatte den Bereich Kultur als eigenen Fachbereich verantwortet.

Heitland will anbieten, bei der Auswahl ihres Nachfolgers beratend behilflich zu sein. „Mit ist es wichtig, das Museum an einen kompetenten Nachfolger zu übergeben, denn es hat einen großen Stellenwert für Bad Pyrmont“, begründete sie das. „Es ist ein tolles Haus und ich will es in guten Händen wissen.“

Bürgermeister Klaus Blome, der am Montag von Heitland informiert worden ist, bedauerte ihren Weggang, zeigte aber auch großes Verständnis für ihre Entscheidung. „Junge Leute bleiben heute nicht mehr jahrzehntelang auf einer Stelle, und für Frau Heitland ist das Angebot sicherlich eine großartige Chance.“

Eine ehrenamtliche Führung des Museums scheidet aus.

Klaus-Henning Demuth, Vorsitzender Museumsverein

Doch wie geht es weiter? Blome plädierte gegenüber dieser Zeitung zwar dafür, die Stelle erneut zu besetzen. Allerdings sei es die Frage, ob der Nachfolger oder die Nachfolgerin unbedingt einen Universitätsabschluss haben müsse. Dahinter stecken finanzielle Überlegungen. Denn: je höher die Qualifikation, umso höher das Gehalt.

Klaus Henning Demuth, Vorsitzender des Museumsvereins, hat klare Vorstellungen: „Die Stelle muss so schnell wie möglich ausgeschrieben werden. Denn die Erfahrung zeigt, dass es mindestens ein halbes Jahr dauert, bis ein geeigneter Bewerber gefunden werden kann“, sagte er am Dienstag. Demuth will vermeiden, dass sich eine Diskussion wiederholt, die es bereits vor drei Jahren gegeben hat, als die Alfter-Nachfolge anstand. Damals wurde sogar über eine ehrenamtliche Museumsleitung nachgedacht. Das scheidet nach Demuths Sicht schon deshalb aus, weil die Stadt sich mit der Bewilligung von Fördermitteln für die Neugestaltung der Dauerausstellung im Museum für die Dauer von 15 Jahren verpflichtet habe, sämtliche Folgekosten zu übernehmen. „Im Ergebnis ergibt sich daraus zwar keine Verpflichtung der Stadt über die Bewertung des Leitungspostens. Doch die Zielrichtung des Museums in Verbindung mit der Konzeption eines Regionalmuseums erfordert definitiv eine qualifizierte Leitung. Auf jeden Fall scheidet eine wie auch immer geartete ehrenamtliche Leitung des Museums aus“, so Demuth. Die Überlegung des Bürgermeisters bewertete Demuth skeptisch. „Die Sonderausstellungen, die ja Publikum von außen anlocken, kommen ohne eine Fachkraft mit Sicherheit nicht aus.“



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