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Ariana Burstein und Roberto Legnani spielten in der ausverkauften Beletage

Mucksmäuschenstill

BAD PYRMONT. Es war vollständig ausverkauft, das Konzert von Ariana Burstein (Cello) und Roberto Legnani (Gitarre) in der Beletage des Bad Pyrmonter Schlosses. Und kaum, dass die ersten Töne erklangen, war klar: Zurecht. Die Gäste durften in der einzigartigen Atmosphäre des Schlosssaals zwei virtuosen Meistern lauschen, die mit ihrem vielseitigen spannenden Programm für mitunter verblüffende Abwechslung sorgten.

veröffentlicht am 12.10.2018 um 18:52 Uhr

Die beiden virtuosen Musiker haben sich ganz aufs Musizieren beschränkt. Foto: yt
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Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
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Wortlos nahmen die beiden Platz und begannen ihr Konzert mit zwei keltischen Stücken. Auch danach nur eine knappe Verbeugung, bevor sie Antonio Vivaldis „Concerto in re maggiore“ anstimmten. Legnani, bislang eher bekannt für seine launigen und sachkundigen Einführungen in die jeweiligen Stücke, hatte am Ende eine fast entschuldigende Erklärung: „Man hat keine Erläuterungen gewünscht.“ Und so haben sich die beiden Musiker aufs Musizieren beschränkt, aber wenigstens einen Bogen mit Programm und einigen Bemerkungen dazu aufgelegt.

Mucksmäuschenstill. Während Roberto Legnani seine Gitarre zupfte, schlug, streichelte und neckte und Ariana Burstein ihr Cello liebkoste, war kein Laut im Zuschauerraum zu hören. Konzentriert und gespannt lauschten die Besucher, wie Burstein mal den Klangteppich bereitete, auf dessen weichem Flor die Legnanis Gitarre grazil hüpfte und launig die Melodie trällerte, mal selbst das Ruder in die Hand nahm, während die Gitarre den Boden bereitete, auf dessen sich immer wieder verschiebenden Fundament das Cello balancierte. Drei Jahrhunderte nach Thomas More gelange der Dichter, Schriftsteller und Balladensänger Thomas Moore zu Berühmtheit. Von ihm spielte das Duo „The Song of Fionuala“.

Abgeschlossen wurde die erste Hälfte des Konzerts mit Kompositionen Legnanis, für das das Duo mit viel Beifall gefeiert wurde. Ein Zyklus erinnerte dabei an den Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Im zweiten Teil waren spanische Klänge zu hören mit ihren Flamenco-Zitaten, ohne jedoch diesem gleichschalterisch diktatorischen Rhythmus die Oberhand zu lassen. Die Lieder fanden rechtzeitig die Kurve zu einladenden Harmonien, auf deren Grund sich die individuelle Melodie entfalten durfte, ohne von herrischem Stampfen und Klatschen in die Enge getrieben zu werden.

Ganz anders als im ersten Teil gab sich Legnano als Komponist in seinem Stück „Le Chat de Paris“. Es erinnerte mehr noch als an das Quartier Latin an das Quartier Germain. Nicht ganz so aufgekratzt, aber dennoch von einer Leichtigkeit durchzogen, die sich auch mit Tiefe verbünden kann. Womit es im genauen Gegensatz steht zu der osteuropäischen Musik, die jede Leichtigkeit durch einen einzigen passenden Mollton aufheben kann.

Am meisten Beifall gab es für das Duo für die Interpretation von „Wayfaring Stranger“, bei der sie Gitarre und Cello zusammen weinen ließen.



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