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Landestheater Detmold spielt das bekannte Preußler-Stück im rappelvollen Konzerthaus

Mordsspaß mit Räuber Hotzenplotz

Bad Pyrmont. Buch oder Bühne: Wer schießt denn nun den Vogel ab beim „Räuber Hotzenplotz“? Wenn man den drei Siebenjährigen Nick, Jasin und Leonie glauben darf, die gestern Morgen im Konzerthaus voller Spannung und Begeisterung eine Aufführung des Landestheaters Detmold verfolgen, dann hat die Bühne ganz eindeutig gewonnen. „Weil da die Menschen richtig leben“, argumentiert Nick, der wie viele der kleinen Zuschauer Otfried Preußlers beliebtes Kinderbuch vom Lesen oder Vorlesen schon gut kennt.

veröffentlicht am 19.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Nun aber sehen die gut 700 Kinder im rappelvollen Konzerthaus (am Nachmittag gab es eine zweite ebenso gut besuchte Vorstellung) die bekannten Figuren leibhaftig vor sich: Die beiden unternehmungslustigen Freunde Kasperl und Seppel (Georg Stephan und Stephanie Pardula), den polterigen Räuber Hotzenplotz (Adrian Thomsen), die nette Großmutter (Claudia Mooz, die auch noch als süße Zauberfee Amarryllis agiert), den schusseligen Wachtmeister Dimpfelmoser und den Zauberer Petrosilius (beide dargestellt von Christian Bayer). Das ganze Ensemble ist mit großem Spieleifer bei der Sache und spricht das junge Publikum aus den Kindergärten und Grundschulen aller Pyrmonter Ortsteile mit seiner lebendigen und witzigen Darstellung unmittelbar an.

Was die Inszenierung von Axel Stöcker außerdem auszeichnet, ist die Sorgfalt, mit der hier ein Spiel für Kinder genauso gründlich wie jedes mögliche Stück für Erwachsene erarbeitet wurde. Da ist jede witzige Idee, jeder Gag gut durchdacht und akribisch angelegt – kindgerecht, aber nicht albern gemacht.

Die Kulisse von Martin Dolnik bildet einen passenden Hintergrund für die fantasievolle Inszenierung: Riesenblumen wachsen und knorrige Bäume bewegen sich über den Spielort, Türen knallen fast so effektvoll wie in der Commedia dell’arte, das Geisterschloss des Zauberers Petrosilius Zwackelmann kracht am Ende mit lautem Getöse auf die Bühne. Und die kleinen Zuschauer haben einen Mordsspaß. Wenn der trottelige Polizist einen Eierlöffel statt seiner Pistole zieht, wenn die beiden Max-und- Moritz-Typen Kasperl und Seppel den Namen des Räubers mit „Lotzenklotz“ oder „Klotzenholz“ verulken oder dem Räuber eine Kippe Sand statt eines Goldschatzes in die Kiste packen, dann sind die Kleinen im Konzerthaus total aus dem Häuschen. Auch die Zauberei im Spiel wird gebührend bewundert, und dass der grimmige Räuber zeitweise in ein zwitscherndes Vögelchen verwandelt wird, entlockt den Kindern ein einstimmiges „cool“.

Mit einer Prise Schnupftabak will der Zauberer Petrosilius Zwackelmann (Christian Bayer) seinen Widersacher Räuber Hotzenplotz (Adrian Thomsen) besänftigen.



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