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Andreas Hofschneider Quartett bringt die 30er-Jahre nach Bad Pyrmont

Mitreißender Swingabend

veröffentlicht am 01.05.2018 um 16:39 Uhr
aktualisiert am 01.05.2018 um 18:00 Uhr

Das Andreas Hofschneider Quartett mit (v. li.) Johannes von Ballestrem, Andreas Hofschneider, Michael Wirth und Franz Bauer. Foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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BAD PYRMONT. In dem plüschigen Ambiente des kleinen Theaters im Casino der Theater Companie kann man sich Aufführungen wie aus Zeiten Adolf Pichlers vorstellen – moderne Einpersonenstücke wie den „Kontrabass“ oder auch die Musik der 20er- und 30er-Jahre. Und da hatte Jörg Schade, alter Freund des Detmolders Andreas Hofschneider, einen wahrhaft guten Griff getan, diesen dort wieder einmal dem Pyrmonter Publikum zu präsentieren.

Hofschneider, der Bad Pyrmont aus eigener Biografie ganz besonders verbunden ist, lebt in Berlin und ist ein ausgewiesener Kenner und Klarinettenvirtuose mit einer speziellen Affinität zu Benny Goodman. Da trifft sich die Historie Goodmans mit dem ganzen Glamour, der Spielfreude und dem Esprit der Dreißigerjahre auf der einen Seite und dem Charme, der Virtuosität und der Nähe zum Publikum, die Andreas Hofschneider verströmt, auf der anderen. Der Auftritt des Andreas Hofschneider Quartetts am Vorabend des ersten Mai war jedenfalls ein absoluter Höhepunkt, zumal dieses Swingorchester mit seinen tollen Solisten gleich vom ersten Stück an überzeugte.

„Sweet Sue“, dann das „Sweet Georgia Brown“ in der 1938er Version und der „Saint Louis Blues“ – das fetzte und hatte Tempo. Da war der Chef, der an der Klarinette einen Benny Goodman gab, wie er besser nicht hätte interpretiert werden können, der jedoch trotzdem seine eigene persönliche Note am Instrument und in der Führung des Quartetts entwickelte. Da war der exzellente ernste Pianist Johannes von Ballestrem, der am Klavier eine Geschwindigkeit vorlegte, die Augen und Ohren zum Staunen brachten, da war mit Franz Bauer ein Swing-Vibraphonist bei der Arbeit, der mit höchster Präzision und Tempo einen satten Sound hinlegte und dennoch Raum für wunderbare Soli fand. Und da war Michael Wirth am Schlagzeug dabei, empathisch, sympathisch, und mit Händen, Füßen, Mimik und Gestik der virtuose Beweis, wie wichtig dieses Instrument für die authentische Interpretation des Swing ist.

Ein Höhepunkt wurde der Auftritt von Isabella Rapp, die mit dem genau richtigen Vibrato und Schmelz in der Stimme „Ain’t Misbehavin‘“ und „Can’t Stop Lovin‘ That Man“ intonierte, zurückhaltend, lässig und doch mit überlegener Grandezza. Mit kleinen Anekdoten über den großen Benny Goodman ließ Andreas Hofschneider dessen Zeit vor dem inneren Auge erscheinen, dessen Schrulligkeiten und Eigenheiten Revue passieren, und spielte sogar einen Song, den Benny Goodman nie gespielt hatte, „der aber heute Abend hier reinpasst.“ Denn Isabella Rapp hatte sich gewünscht „Blue Moon“ singen zu dürfen, und es war tatsächlich derart passend, dass man Benny Goodman dahinter hätte vermuten können.

Rund eineinhalb Stunden stimmte das „Andreas Hofschneider Quartett“ sein Publikum auf die damalige Zeit ein, dann wurden die Sitzreihen des Theaters in Windeseile abgebaut und es entstand eine riesige Tanzfläche. Und nun galt es, unter Hinzunahme des Bassisten Wolf von Ohlen, mit Swing, Lindyhop- und Balboa-Tänzen, stilecht gekleideten Paaren und viel Spaß, die Zeit dem Thema des Abends zu widmen: Tanz in den Mai.



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