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Beim letzten Konzert des Shantychors gab es feuchte Augen und leises Schniefen

Mit Volldampf nach Hause

Bad Pyrmont. Im Veranstaltungssaal der Park Residenz Bad Pyrmont wollte der Beifall am Dienstagnachmittag nicht enden. Hier und da sogar ein paar feuchte Augen, leises Schniefen, und auch die achtzehn Sängerinnen und Sänger des Pyrmonter Shantychors „Volldampf voraus!“, die soeben ihr letztes Konzert mit Bravour über die Bühne gebracht hatten, zeigten zahlreiche Symptome von Rührung.

veröffentlicht am 30.12.2015 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:21 Uhr

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Nach 21 Jahren endete mit dem kraftvollen und beschwingten Auftritt eine Ära, in der der Shantychor unter seinem Skipper und Motor Willi Freckmann „die Chorszene in der Region nachhaltig geprägt hatte,“ wie Gerd Fliege vom Niedersächsischen Chorverband in seiner Laudatio feststellte. Und auch Bürgermeister Klaus Blome betonte, dass durch die Auflösung des Shantychors „in die kulturelle Vielfalt Bad Pyrmonts eine große Lücke gerissen“ werde.

402 Auftritte hat der Shantychor im Laufe seiner Existenz absolviert. Begonnen hatte alles Anfang der 90er Jahre mit Sängern des Hagener „Eintracht Arion“ - und des Holzhäuser „Eintracht Germania“-Chores. Rund 40 Mann gaben die kernigen Seeleute in blauem Fischerhemd mit rotem Halstuch, das Repertoire war noch ziemlich begrenzt, doch das Publikum war begeistert und ging mit. Ab 1998 firmierte man unter dem Namen „Volldampf voraus!“, das passende Emblem dazu entwarf Rudi Rudolph. Bald war der Shantychor gefragter Gast in den Kurkliniken, gab Konzerte bei Events im Kurpark, im Kurtheater oder bei Lichterfest in Bodenwerder, reiste in die Partnerstädte Bad Freienwalde und Anzio und pflegte gesanglichen Austausch mit Shantychören in Neumünster, Bremen-Vegesack und Emden. Das Repertoire wuchs auf fast 170 Lieder, doch so hoch die Qualität des meistens vierstimmigen Gesangs auch war, konnte sich der Chor nicht dem allgemeinen Trend entziehen. Waren vor 15 Jahren noch 50 Mitglieder gelistet, reduzierte sich der Bestand durch Tod, Wegzug oder berufliches Engagement beständig, sodass schließlich der 2. Bass auf null schrumpfte und das stimmliche Ungleichgewicht nicht mehr aufzufangen war.

Mit Ende des Jahres, in dem man noch über 1700 Zuhörer erfreut hatte, beschloss der Shantychor seine Auflösung. Doch so ganz können die Salzbuckel vom Singen nicht lassen: Als „Maritimer Stammtisch“ wird man noch weiterhin Lieder schmettern, dann hört man wieder „Volldampf voraus!“ar



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