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Volker Lechtenbrink und sein buntes Künstlerleben

Mit Robert de Niro den Balkon geteilt

BAD PYRMONT. Überraschend schmal ist er (geworden), der Schauspieler Volker Lechtenbrink. Leger gekleidet, mit Jeans, gemütlicher Strickjacke und Schal, kommt der 74-jährige in den Saal – ein einsamer Mensch, nur mit Tisch und Stuhl auf der breiten Bühne. Doch die Befürchtung, das Konzerthaus könnte eine Nummer zu groß sein für einen, der an diesem Abend nicht mal Theater spielt, sondern „nur“ erzählt, erweist sich schnell als unbegründet.

veröffentlicht am 27.01.2019 um 19:38 Uhr

Begeistert mit markanter Stimme: Volker Lechtenbrink Foto:; Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Denn ein Künstler vom Format eines Volker Lechtenbrink (Mime, Musiker und Autor) zieht das Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann, fesselt mit dem, was er zu sagen hat und wie er es sagt: Mit seiner wunderbaren, unverwechselbar tiefen und immer noch kraftvollen Stimme und mit der beeindruckenden Sprechkultur eines Schauspielers, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat.

Völlig uneitel und bodenständig, mit feiner Selbstironie, Humor und guter Beobachtungsgabe, lässt Lechtenbrink seine Zuhörer teilhaben an seinem bunten Künstlerleben, geprägt auch durch seinen originellen Vater und durch amüsante Anekdoten von berühmten Kollegen. Das ist wie geschaffen für ein Publikum, das sich selbst noch an Darsteller wie Gustav Knuth, Horst Frank oder Hanns Lothar erinnert, ist aber so unterhaltsam erzählt, dass auch jüngere Generationen daran ihren Spaß haben können.

Als Schauspieler kann er die erlebten Episoden sehr plastisch schildern. So wie die Balkon-Begegnungen in Las Vegas mit Superstar Robert de Niro. Oder den Spaß, den er sich mit Kollege Hans-Jörg Felmy in einem Hamburger Hotel leistete, als beide die anderen Gäste erschreckten, weil sie den Fahrstuhl zur angeblichen Sauna erklärten.

Doch neben allem Spaß hinter den Kulissen vergisst der Erzähler nicht die Leidenschaft und Ernsthaftigkeit, mit der er seinen Beruf ausübt. Den „Ritterschlag“, den ihm Gustaf Gründgens mit einem Lob verlieh, und vor allem die schicksalhafte Arbeit an dem viel gelobten Film „Die Brücke“. Lechtenbrink: „Das gab mir den entscheidenden Kick, Schauspieler zu werden“.

Mit Rilkes „Panther“ zitiert er sein Lieblingsgedicht, und mit einem Monolog gibt er eine kleine Kostprobe seines klassischen Repertoires. Zum Schluss verabschiedet sich der Künstler mit seinem bekannten Lied „Ich mag ganz doll dich“, wobei er das „dich“ in „euch“ abwandelt: Eine freundliche Geste gegenüber dem begeisterten Publikum.



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