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Wie das Malen als Teil der Therapie Psychiatrie-Patienten hilft / Neue Ausstellung in der Kursana

Mit Pinsel und Farbe lösen sie Blockaden

Bad Pyrmont (Hei). Bei den Bildern, die zurzeit im „Kultur Forum“ der Kursana gezeigt werden, ist der Entstehungsprozess mindestens so wichtig wie das Ergebnis: Die 24 Gemälde und Collagen entstanden in der Herforder Klinik für Psychiatrie und sind dort Teil der Ergotherapie.

veröffentlicht am 25.10.2010 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:41 Uhr

Farbsprühende Gemeinschaftsarbeit: die Herforder Version von Vin
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Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern – von Depressionen bis hin zur Demenz – können durch das Malen Hemmschwellen überwinden, Erinnerungen und verschüttete Gefühle ausdrücken und durch das Erfolgserlebnis positiv beeinflusst werden, wie ihre Therapeuten schreiben.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Überraschend bei der Auswahl der vorgestellten Bilder unter dem Titel „Kunst aus dem Klinikum“ ist die Farbenfreude: Nichts Düsteres deutet auf eine negative oder auch nur labile Gefühlslage hin. In den Collagen „living people“ wurden Zeitungsfotos von Menschen und die gemalten Darstellungen ihrer Umgebung miteinander verbunden, was eine reizvolle Mischung ergibt.

Auf einem Gemeinschafts-Gemälde hat jeder Patient seine individuelle Vorstellung von Glück malerisch ausgedrückt und auf einem anderen, in kleine Felder unterteilten Sammelbild wurde Vincent van Goghs „Caféterrasse bei Nacht“ gemeinsam nachgemalt. Eine Art der Gruppentherapie, die eine offensichtliche Kreativität hervorbringt.

Eindrucksvoll sind auch die den alten Felsmalereien nachempfundenen, zum Teil plastischen Höhlenbilder, bei denen das Arbeiten mit bloßen Händen und mit Materialien wie Gips oder Sand einen „dynamischen Prozess und Begeisterung für Gestaltung“ in Gang setzte, wie als Erläuterung neben den Bildern steht.

Den positiven Aspekt dieser Kunstausübung unterstrich auch Dr. Dieter Alfter in seiner Einführung, die er nach der Eröffnung der Ausstellung durch die Kursana-Leiterin Minna Gromzig gab.

Über das Malen sei den Patienten wieder eine eigenständige Form ihres Daseins eröffnet worden: „Die Bilder spiegeln ein Stück ihrer Seele wider“, betonte der Museumschef. Es sei eine Art Symbolik, dass einige besonders expressive Gemälde gerahmt sind: ,,Die Rahmen geben den Bildern Halt“.

Im Übrigen zeige die Ausstellung, dass ein Urtalent kreativer Ausdrucks-Möglichkeit in jedem Menschen stecke. Mit stimmungsvoller Jazzmusik begleiteten Pjotr Techmanski (Saxofon) und Fritz Krisse (Kontrabass) die Vernissage.

Die Ausstellung „Kunst aus dem Klinikum“ ist bis zum 20. November täglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr in der Kursana-Residenz zu sehen.



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