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Größeren Schaden an der Turmplattform festgestellt

Mit Pinsel, Farbe und Sicherheitsgurt: Spelunkenturm wird saniert

BAD PYRMONT. Ein Arbeitsplatz in luftiger Höhe, für den man definitiv schwindelfrei sein muss: Der 25 Meter hohe Spelunkenturm bekommt gerade eine Rostbehandlung. Die Arbeiter klettern dafür an der Stück für Stück an der Stahlfachwerkkonstruktion hinauf. Wie lange die Arbeiten noch dauern ist unklar, denn es wurde mehr Rost festgestellt als erwartet.

veröffentlicht am 19.09.2018 um 14:34 Uhr

Von Strebe zu Strebe hangeln sich die Mitglieder des Teams, das sich in diesen Tagen im Auftrag der Stadt Bad Pyrmont um die Sanierung des Spelunkenturms kümmert. Foto: uk
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Klaus Titze Reporter
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Auf einer Anhöhe von 320 Metern steht der 25 Meter hohe Spelunkenturm und bietet seit seiner Einweihung am 2. September 1896 durch die Spelunken-Gesellschaft Besuchern einen fantastisch weiten Blick in die herrliche Landschaft des Emmertals. Dass diese Aussicht weiterhin geboten werden kann, setzt Arbeiten zum Bestandsschutz des Turmes voraus, denn die Stahlfachwerkkonstruktion hat eine Rostbehandlung dringend nötig. Darum kümmern sich im Auftrag der Stadt schwindelfreie Fachleute, denn ihr Hubwagen reicht nur etwa bis zur Hälfte des Turms. Der restliche Teil wird kletternd erledigt. Die Stadt hatte sich für diese Variante entschieden, weil sie billiger als ein Gerüst ist.

Für die Arbeit am Spelunkenturm reicht es völlig aus, schwindelfrei zu sein.

Sven Conradt, RS Korrosionsschutz GmbH

Die Mitarbeiter der Firma „RS Korrosionsschutz“ aus Schorba nahe Jena sind voll auf ihre Arbeit konzentriert – und natürlich und mit Gurten gesichert. „Wir liegen ganz gut im Zeitplan“, sagt der Vorarbeiter Sven Conradt.. Das sei dem guten Wetter und ihrer Erfahrung geschuldet. „Wir arbeiten oft an Hochspannungsmasten“ berichtet Conradt. Und da unterscheide sich ihre Arbeit kaum von der hier an dem Aussichtsturm, der von der Konstruktion den Masten sehr ähnlich sei.

Um den Rost zu entfernen, setzte das vierköpfige Team Hochdruckreiniger ein, die mit 230 Bar arbeiten. Für die Eckpunkte des Gerüstes und die Knotenbleche wurde auch Sand beigemischt. Fachleute sprechen vom „Waschen“. Knifflig seien die engen Spalten, in denen sich Wasser angesammelte habe, so der Vorarbeiter. Die müssten komplett rostfrei geklopft, gekratzt oder mit Spezialwerkzeug bearbeitet werden. „Einfach auf Rost drauf pinseln, das geht gar nicht“, bekräftigt er. „Damit würden wir die Oberfläche nur kaschieren, das wäre keine fachmännische Korrosionsbehandlung.“ Diese Arbeit ist erledigt, ebenso wie die beiden Grundanstriche. Zurzeit erhält der Turm wieder seinen dem Wald angepassten grünen Farbton.

Der Hubwagen reicht nur etwa bis zur Hälfte der Turmhöhe aus. Darüber wird geklettert. Foto: uk

Das Unternehmen aus Schorba beschäftigt auch ausgebildete Industrie-Kletterer. Doch am Spelunkenturm werden die nicht benötigt. „Dafür reicht es völlig aus, schwindelfrei zu sein“, betont Conradt. Das werde regelmäßig mit einer Höhentauglichkeitsprüfung geprüft. Wie zum Beweis hangeln sich zwei Mitglieder seines Teams von Strebe zu Strebe, mit Sicherheitsgurten, Seilen und Karabinerhaken gesichert.

Nicht ganz 130 000 Euro hat die Stadt für die Sanierung des Aussichtsturmes veranschlagt. Von dieser Summe muss sie knapp 60000 Euro selber aufbringen, der Rest stammt aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union. Dabei wird es vermutlich nicht bleiben, denn den das Team hat bei seiner Arbeit an der oberen Turmplattform stärkere Rostschäden festgestellt. „Wir tauschen zwar im Zuge unserer Arbeit kleinere Teile selber aus, doch dieser Schaden ist doch etwas umfangreicher und dafür brauchen wir einen neuen Auftrag“, so der Vorarbeiter.

Eine Entscheidung darüber habe sei noch nicht getroffen worden, teilte Baudezernent Matthäus Schmidt auf Nachfrage mit und bestätigte, dass beim Abtragen der Farbe Durchrostungen auch an tragenden Teilen festgestellt worden seien. Nun soll sich ein Statiker den Turm ansehen und Maßnahmen vorschlagen. Das könne zum Beispiel durch Verstärkungen oder auch durch einen Austausch von Bauteilen geschehen. Zu einer zeitlichen Verzögerung oder auch zu einem veränderten finanziellen Volumen könne zum derzeitigen Stand noch keine Aussage gemacht werden, so Schmidt. „Das ergibt sich erst nach der Begutachtung.“

Ursprünglich sollten die Arbeiten am Turm Ende September, Anfang Oktober erledigt sein.



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