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Warum das Bathildiskrankenhaus bald abkassiert und damit erste Anwohner gegen sich aufbringt

Mit Parkgebühren gegen den Stellplatzmangel

Bad Pyrmont (jl). Wer bisher einen Patienten im Bathildiskrankenhaus besuchen will oder dort arbeitet, muss zwar oft eine Weile herumkurven, bis er einen Parkplatz findet. Aber das Abstellen von Autos auf den dafür ausgewiesenen Flächen kostet nichts; lediglich die Parkdauer ist auf zwei Stunden begrenzt.

veröffentlicht am 05.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 09:21 Uhr

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Doch in punkto Gratis-Parken heißt es nun bald: Ende im Gelände. Denn „zum 14. November wird das Bathildiskrankenhaus die Parkraumbewirtschaftung einführen, so wie es an den meisten anderen Krankenhausstandorten schon lange der Fall ist“, teilt Krankenhaus-Sprecher Herbert Grondmann mit. Mit den Gebühren wolle das Krankenhaus die Kosten auffangen, die in den letzten Wintern durch das Schneeräumen auf den Park-Arealen entstanden seien. „Wir investieren lieber in die Behandlung, als das aus eigener Tasche zu zahlen“, sagt Grondmann.

Gerade haben Techniker einer Spezialfirma auf jeder der drei Park-Ebenen an den Krankenhaus-Trakten einen Parkautomaten montiert. Wer dort ab übernächster Woche ein Ticket lösen will, zahlt für 30 Minuten 50 Cent. Die Höchstparkdauer ist auf sechs Stunden begrenzt. Wer schon morgens weiß, dass er länger als vier Stunden bleiben muss, fährt mit dem Tagesticket für 4,50 Euro günstiger.

Ziel der Gebührenerhebung sei es, „den Besuchern ausreichend Parkraum zur Verfügung zu stellen“, heißt es in der Erklärung des Krankenhauses. Allerdings: Mehr Parkplätze wird es mit Einführung der Gebühren nicht geben: Für Besucher, Patienten und die 600 zu unterschiedlichen Zeiten arbeitenden Mitarbeiter gibt es auch künftig nur 199 Parkplätze. Ein Teil davon ist zudem zum Beispiel für die Chefärzte der unterschiedlichen Abteilungen reserviert, die dafür laut Grondmann auch bezahlen müssen. Allerdings erhalten auch Krankenhaus-Kräfte ohne fest zugewiesene Plätze einen Mitarbeiter-Tarif: 20 Euro im Monat sollen sie für die Berechtigung zahlen müssen, ihre Autos auf einem der drei Krankenhaus-Parkplätze abstellen zu dürfen. Allerdings ist damit nicht garantiert, dass sie auch einen Platz finden. Und: Angeblich soll das Kontingent der Mitarbeiter-Plätze auf 80 begrenzt werden.

Um Alternativen aufzuzeigen, weist Herbert Grondmann auf den kostenlosen Parkplatz neben dem ehemaligen Schützenhaus an der Oesbergstraße hin, „wenige Gehminuten vom Krankenhaus entfernt“. Zudem steuere tagsüber halbstündlich ein Bus die Haltestelle an der Löwenser Straße, an. Der Krankenhaus-Sprecher hofft, „dass der eine oder andere Mitarbeiter auf den Bus umsteigt“ Grondmann: „Mit dem fahre ich auch, wenn ich mal nicht mit dem Fahrrad komme.“

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass die Seitenstraßen künftig von noch mehr Mitarbeiter- und Patienten-Autos angesteuert werden. „Entsetzlich“ findet eine Frau aus der Friedensstraße diese Aussicht. „Für Anwohner ohne Garage ist es doch jetzt schon unmöglich, einen Platz zu finden.“ Zudem zahlten alle für die monatliche Straßenreinigung. Die aber könne nie richtig stattfinden, weil die Straßenränder immer zugeparkt seien. Ihre Kritik richtet die Frau aber nicht nur an das Krankenhaus, „das Millionen in den Umbau gesteckt hat, aber auch in ein Parkhaus hätte investieren müssen“. Vielmehr hätten sie und andere Anlieger vor Jahren von der Stadtverwaltung erwartet, dass die dem Bathildiskrankenhaus zur Auflage gemacht hätte, genügend Parkplätze einzurichten.

Im Rathaus wird man die Entwicklung jetzt erst einmal verfolgen. An die Ausweisung von Anwohnerparkplätzen ist laut Sprecher Wolfgang Siefert vorerst nicht gedacht. Allerdings werden die Mitarbeiter des Ordnungsamts weiter die Bathildis-Parkplätze kontrollieren. Die Verwarngelder fließen in die Stadtkasse, die Münzen aus den Parkscheinautomaten gehen hingegen ans Krankenhaus.



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