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Vodafone aktiviert neue LTE-Station in Bad Pyrmont

Mit Maschinennetz zur smarten Stadt

BAD PYRMONT. Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone hat mit der Inbetriebnahme der neuen LTE-Station in Bad Pyrmont Mitte seine nächste Mobilfunk-Ausbaustufe gestartet und mit der Aktivierung der Technologie LTE 800 gleichzeitig die technischen Voraussetzungen für die Kurstadt als „Smarte Stadt“ geschaffen.

veröffentlicht am 28.01.2019 um 12:55 Uhr
aktualisiert am 28.01.2019 um 21:20 Uhr

Vodafone hat seine LTE-Station im Zentrum von Bad Pyrmont technisch aufgerüstet. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Grundsätzlich ist die Abdeckung Bad Pyrmonts mit dem Mobilfunkstandart LTE recht gut, sieht man von einigen Ausnahmen in Teilen der Pyrmonter Bergdörfer ab. Dafür sorgen außer Vodafon auch die Konkurrenten Telekom und Telefónica (O2). All das sei aber kein Anlass, sich auszuruhen, denn noch gebe es weiße Flecken im Landkreis, insbesondere beim Mobilfunkempfang innerhalb von Gebäuden, erklärt Konzernsprecher Volker Petendorf. „Dank LTE können die Nutzer zum Beispiel HD-Filme blitzschnell downloaden, Musikvideos in Top-Qualität genießen und Live-Übertragungen von großen Kultur- und Sportereignissen auch unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet in HD-Qualität anschauen.“

Vodafon hat die neue LTE-Station nach eigenen Angaben im Live-Betrieb erprobt – insbesondere die Netzstabilität und das Zusammenspiel mit den umliegenden Mobilfunk-Stationen. „Im nächsten Schritt wird es in der Kurstadt ,nur noch‘ darum gehen, Kapazitäten und Geschwindigkeiten weiter zu erhöhen“, so Petendorf. Für 2019 und 2020 seien im Landkreis Hameln-Pyrmont insgesamt weitere zwölf LTE-Bauvorhaben geplant. Dabei werde Vodafone komplett neue Mobilfunk-Stationen bauen, erstmals LTE-Technik an bestehenden Mobilfunk-Standorten installieren und zusätzliche Antennen an vorhandenen LTE-Standorten anbringen. Die geplanten Baumaßnahmen dienen laut Unternehmensmitteilung dazu, LTE-Funklöcher zu schließen sowie mehr Kapazität und höhere Surf-Geschwindigkeiten in das Netz zu bringen. Im nächsten Schritt sollen die genauen Standorte (Gemeinden und Adressen) vor Ort ermittelt und dann die konkreten Bauvorhaben realisiert werden. „Ziel ist es, auch beim mobilen Datennetz LTE eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“

Nach Petendorfs Angaben hat das Unternehmen in Bad Pyrmont auch die Technologie LTE 800 aktiviert und damit ein Maschinennetz („Narrowband IoT“) für smarte Städte geschaffen, auch wenn in den aktuellen Netzkarten noch davon die Rede ist, dass dies erst in Kürze geschehen werde und 4G LTE von Vodafone – im Gegensatz zur Telekom – nicht verfügbar sei. LTE 800 arbeitet mit niedriger Bandbreite im LTE-Spektrum oder wieder freigewordenen GSM-Kapazitäten. Die niedrigen Frequenzen bei 800 MHz sind besonders wertvoll, denn sie strahlen in freier Flur viel weiter als die hohen Frequenzen. Sie dringen auch viel tiefer in Gebäude ein.

Eine LTE-800-Basisstation kann einen Radius von zehn Kilometern mit dem mobilen Internet versorgen, je nach Topografie. Also nutzt man LTE 800, um in dünn besiedelten Gebieten schnell eine Internet-Grundversorgung auszurollen. Narrowband-IoT, kurz NB-IoT, ist für die massenhafte mobile Vernetzung von IoT-Geräten wie Sensoren geeignet. Eine Mobilfunkzelle vernetzt bis zu 50 000 Gegenstände parallel. Aktuell wandern nach Branchenangaben jeden Monat rund zwei Millionen weitere Dinge ins Netz. Vom Lkw-Reifen, der sich bei Druckverlust beim Fahrer meldet, über den Wasserzähler, der täglich seinen aktuellen Stand übermittelt, bis zum E-Bike, das Alarm schlägt, wenn es gestohlen wird.

Auch die Deutsche Telekom, die mit Vodafone um die Vorherrschaft für das Maschinennetz kämpft, will 2019 ihr schmalbandiges Netz ausbauen und sieht NB-IoT als Vorläufer für 5G, für das gerade die Frequenzen versteigert werden. Über die Smartphone-App „Park & Joy“ werden laut Telekom derzeit 35 000 Parkplätze erfasst, 2019 soll diese Zahl verdoppelt bis verdreifacht werden.

In Zukunft sollen dank des Maschinennetzes zahlreiche Vorgänge in Städten und Kommunen digital gesteuert sein. So können Strom- und Wasserzähler aus den Kellern der Häuser ihre Werte direkt an die Zentralen der städtischen Versorger übermitteln, intelligente Mülleimer ihren Füllstand an die Abfallunternehmen senden und Sensoren in Straßenlaternen oder im Boden können registrieren, wo gerade Parkplätze freigeworden sind und diese Informationen an die Fahrzeuge weiterleiten.

Auch für den Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Pyrmont, Uwe Benkendorff, ist das Maschinennetz ein Thema. „Wir fangen an, uns damit zu beschäftigen, um gemeinsam mit unserer IT-Abteilung als Impulsgeber eine Strategie festzulegen“, stellt er fest und rät dieses auch anderen Unternehmen. „Man kann die digitale Entwicklung, die ein sehr großes Feld umfasst, nicht ignorieren.“ Er sei sich sicher, dass sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren hier erheblich etwas tun werde, so der Stadtwerkechef, der davon ausgeht, dass dazu auch die digitale Meldung von Verbrauchsstellen zählt. Die Frage sei nur, was gut für die Kunden sei und was gut für die Stadtwerke sei. „Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch sinnvoll.“



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