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Warum die Pyrmonter Feuerwehr am Sonntagnachmittag in der Brunnenstraße die Motorsäge anwirft

Mit lautem Krachen brach der Ast

Bad Pyrmont. „Plötzlich höre ich ein lautes Krachen. Und die Leute, die eben noch unter dem Baum entlanggegangen sind, rennen davon“, erinnert sich Ratskeller-Kellner Ben Abdallah an den Moment, als am Sonntag gegen 14 Uhr plötzlich ein über zehn Meter langer, mehr als armdicker Ast aus einer der alten Säuleneichen in der Brunnenstraße krachte.

veröffentlicht am 26.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:01 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Dass das mehrfach verästelte Stück des insgesamt über 20 Meter hohen, jahrzehntealten Baums zu Boden stürzte und Menschen zu Schaden kamen, verhinderte ein Anbau des dahinter stehenden Hauses Brunnenstraße 45. Die Spitzen der Äste landeten exakt auf der Ecke einer Balkonumrandung in der zweiten Etage und blieben dort liegen.

Wenig später war zunächst eine Polizeistreife vor Ort, die von Bewohnern des Gebäudes alarmiert worden war. Die Beamten sperrten das Areal vor dem arko-Café mit Flatterband ab und warteten bis zum Eintreffen der Feuerwehr.

Die musste ihren Leiterwagen zum Einsatz bringen. Thomas Piepho dirigierte die erst kürzlich reparierte Drehleiter mit Markus Hannig und Axel Herrmann im Korb zu dem zwischen Bruchstelle und Krone in der Luft hängenden Ast. Hoch oben griffen die Freiwilligen dann zur Motorsäge und kappten zunächst die Spitzen des Bruchholzes. Damit die nunmehr nur noch an einem Ende vom Baum gehaltenen Äste bei einem Herabfallen weder den Frontbalkon der ersten Etage noch die Fassadenfenster des Geschäfts im Erdgeschoss beschädigen konnten, sicherten die Männer den Ast mit Seilen.

Während Zugführer Jörg Bläske, der den Einsatz leitete, mit seinen Kameraden noch die Vorgehensweise besprach, sammelten sich rundum immer mehr Schaulustige in der Brunnenstraße und verfolgten die Arbeit der im Dutzend angerückten Freiwilligen.

Eine gute Stunde nach Einsatzbeginn hatte die Motorsäge dann auch das letzte lose Baumstück aus der Eiche entfernt, und der oberschenkeldicke Ast ging zu Boden. Anschließend prüften die Feuerwehrleute den Baum noch auf weitere Äste mit Gefährdungspotenzial.

Um Totholz handelte es sich bei den herausgebrochenen Ästen übrigens keineswegs. Sie trugen jede Menge grüner Blätter, und auch das Innere des Holzes ließ optisch nicht auf eine Krankheit schließen. „Die Ursache des Astbruchs ist mir nicht erklärlich“, sagte Einsatzleiter Bläske, der sich als Gärtner und Baum-Fachmann im städtischen Bauhof von Berufs wegen auch mit der historischen Eichenallee in der Fußgängerzone auskennt. Zuvor hatte er die Bruchstelle sowie das von seinen Kollegen abgeworfene Holz in Augenschein genommen. Ob das am Baumstamm emporgewachsene Efeu den Baum geschwächt haben könnte, ließ Bläske zunächst offen. Ob und welche Konsequenzen der Astbruch hat, „müssen wir mit dem Gärtnermeister besprechen“, sagte er.

Aus sicherer Distanz verfolgten den Feuerwehreinsatz auch die Menschen, denen der Bruch zum Glück nur einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte. „Das waren Touristen aus Holland“, erzählt Ben Abdallah. „Sie haben bei mir hinterher erstmal Kaffee getrunken, um sich zu erholen.“



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