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Wichtiges Gedenken: Schüler für ihr Engagement zugunsten der Kriegsgräberfürsorge geehrt

„Mit einem Mal ist die Angst wieder da“

Bad Pyrmont. „Seit ungefähr 25 Jahren war das Thema Krieg in Europa ganz weit weg und mit einem Mal rückt mit der Ukraine die Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung auch auf diesem Kontinent wieder in den Fokus der Menschen,“ sagte Karl-Heinz Mönkemeyer, der als Vorsitzender des Bezirksverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Montag zu der kleinen Feierstunde in der Aula der Max-Born-Realschule angereist war, um hier Schüler für ihr Engagement zu ehren, das sie bei der alljährlichen Sammlung bewiesen haben. Er machte dabei deutlich, wie wichtig das Gedenken an die vielen Toten beider Weltkriege auch heute noch ist. Landrat Tjark Bartels erinnerte daran, dass die betroffenen Generationen lange Zeit nicht über Erlebtes habe sprechen können. „Das erklärt wohl auch, warum Ausstellungen, wie die zuletzt in Hameln und Bad Pyrmont, über die verbrecherische Beteiligung der Polizei, so spät entstehen“, verdeutlichte er an einem Beispiel. Spuren und Narben aus dieser Zeit seien ebenso noch vorhanden wie sogar Gesetze aus der Zeit des Nationalsozialismus. Bürgermeisterin Elke Christina Roeder fokussierte auf ein aktuelles und unmittelbares Erlebnis in Anzio. „Es ist einfach ergreifend, zum Beispiel auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Anzio ein Meer von weißen Kreuzen vor sich zu sehen. „Jedes einzelne Kreuz ist eine Mahnung zum Frieden“, schildert sie ihr eigenes Empfinden. In der Anerkennung der Sammelleistung der Schüler waren sich alle einig. Mehr als 80 Schüler des Humboldt-Gymnasiums und der Max-Born-Realschule hatten im November mehr als 3600 Euro für die Kriegsgräberfürsorge gesammelt. „Das engagierte Mitwirken, Vorbereiten und Begleiten der Schüler durch die Lehrerin Anke Wachtel-Wittrock, insbesondere die Begeisterung der ehemaligen Lehrerin Anne Loss, die sich auf die Schüler übertrug, waren Garant für das Ergebnis, aber auch für die Bereitschaft, mitzumachen und dabei zu bleiben“, dankt Schulleiterin Barbara Wendeln-Henke. Die Aktion der jungen Leute finde weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung, stellte sie fest. Zusammen mit mehrfachem Dank und Lob erhielten die Schüler für ihre jeweilige Schule eine Anerkennungsurkunde des Bezirksverbandes. Eindrucksvoll begleitete Lara Lücke die Feierstunde virtuos am betagten Klavier, das sich über die gekonnt angeschlagenen Tasten zu freuen schien und die Anwesenden in seinen Bann schlug.ti

veröffentlicht am 01.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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