weather-image
Vor dem Landgericht Detmold hat am Montag der Prozess gegen den früheren Schieder-Finanzchef begonnen

Mit den Bilanzen will Griem nichts zu tun gehabt haben

Detmold. Vor dem Landgericht Detmold hat am Montag nach einem ersten vergeblichen Anlauf das letzte Kapitel in der juristischen Aufarbeitung der spektakulären Millionenpleite des Möbelkonzerns Schieder begonnen. Dort muss sich der frühere Manager Heinrich Griem aus Bad Pyrmont, der als einer der Hauptbeschuldigten gilt, verantworten.

veröffentlicht am 18.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:21 Uhr

270_008_6418596_pn100_1806_dpa.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Bilanzskandal gilt als einer der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität in Deutschland. Die Anklage wirft dem langjährigen Finanzchef und späteren Beiratsvorsitzenden Kreditbetrug vor. Der heute 76-Jährige soll mitverantwortlich dafür sein, dass möglichen Kreditgebern gravierend manipulierte Konzernabschlüsse vorgelegt wurden, heißt es in der am Montag verlesenen Anklageschrift. Insgesamt geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Kredite von fast 250 Millionen Euro. Manipulierte Bilanzen für 2004 und 2005 seien die Grundlage dafür gewesen, dass die Kredite gewährt wurden. Die Schieder-Holding hatte 2007 mit 11 000 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Der Firmengründer Rolf Demuth und drei Manager waren 2011 wegen Kreditbetrugs zu Haft und zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Griem betonte am Montag, er sei 2001 als Finanzchef ausgeschieden. Als Vorsitzender des Beirats habe er nichts mehr mit den Bilanzen zu tun gehabt. Insgesamt sind aus Rücksicht auf die angeschlagene Gesundheit des Angeklagten nur drei Verhandlungstage angesetzt. Ursprünglich sollte sich der Ex-Manager vom 25. März an vor Gericht verantworten. Doch er hatte im Krankenhaus behandelt werden müssen, sämtliche neun Verhandlungstermine waren daraufhin abgesagt worden. Griem hatte daraufhin beteuert, ihm sei daran gelegen, die Verhandlung abzuschließen, er wolle endlich seine Sicht der Dinge schildern. Griem ist derjenige der Angeklagten, der nach der Schieder-Pleite am längsten in Haft war.

Das Westfalen-Blatt berichtete gestern in seiner Onlineausgabe, dass gegen Rolf Demuth (74) eine neue Anklage wegen Strafvereitelung vorliege. Er soll sich geweigert haben, gegen Heinrich Griem auszusagen.dpa/uk

Heinrich Griem mit seinem Anwalt Ralph Niemeier vor dem Landgericht Detmold.dpa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt