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Bald scheidender Kurdirektor Heinz-Hermann Blome zieht positive Bilanz seines Wirkens im Staatsbad

„Mir ist wohl zumute“

Bad Pyrmont. Er hat als Geschäftsführer des Staatsbades Akzente gesetzt, doch für Heinz-Hermann Blome heißt es nun, Abschied zu nehmen. Der Kurdirektor wird in den Ruhestand verabschiedet. In einem Gespräch mit dieser Zeitung hat der Lügder ein Resümee über sein Wirken in der Badestadt gezogen.

veröffentlicht am 17.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:21 Uhr

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Herr Blome, Sie waren 27 Jahre beim Staatsbad beschäftigt, davon 15 Jahre als Geschäftsführer und Kurdirektor. Am 27. Februar werden Sie in den Ruhestand verabschiedet. Wie ist Ihnen zumute?

Mir ist wohl zumute, denn wenn ich zurückblicke, dann prägen zwei Begriffe diese lange Zeitspanne: Das eine ist Dankbarkeit, und das andere ist Zufriedenheit. Ich habe mich bei diesem Arbeitgeber, dem Land Niedersachsen, ausgesprochen wohlgefühlt. Und das möchte ich auch unterstreichen. Es hat mir ein verlässliches, gutes Fundament gegeben und mir außerordentlich viel Spielraum zur Ausübung meiner Tätigkeit gegeben.

Wofür sind Sie dankbar, wofür empfinden Sie Zufriedenheit?

Dankbarkeit dafür, dass ich hier mal als Verwaltungsdirektor der Niedersächsichen Bädergesellschaft begonnen habe, dann als Prokurist und zum Geschäftsführer berufen worden bin. Der Arbeitgeber war zuverlässig, hat mir eine gute Arbeitsatmosphäre geboten und meine Karriere befördert. Ich konnte mich in meinem Beruf verwirklichen - und das in unmittelbarer Nähe meines Wohnortes Lügde. Außerdem haben wir die Krisen im Gesundheitswesen außerordentlich befriedigend lösen können, sodass wir heute, im Jahr 2015, positiv dastehen.

Wenn Sie heute in den Rückspiegel blicken. Was hat Sie als Kurdirektor in der Vergangenheit am meisten gefordert?

Der größte Einbruch war die politisch verursachte Kurkrise. Damals mussten wir uns von einer ganzen Reihe an Mitarbeitern verabschieden. Das habe ich als berufliche Niederlage empfunden. Aber insofern freue ich mich auch, wenn wir bis heute an alte Erfolge anknüpfen konnten und wieder beinahe 200 Mitarbeiter haben. Und wenn der Minister sagt, das Land steht zum Staatsbad Pyrmont und es werde weiter investiert, dann ist das auch eine Bestätigung für eine erfolgreiche Geschäftspolitik.

Gibt es auch Stand heute etwas, was Sie anders entschieden, als damals geschehen?

Nicht wirklich. Wir hatten in der Vergangenheit immer einen Spielraum, das Unternehmen zu entwickeln. Und wenn das Ergebnis heute von allen Seiten bestätigt wird, dann wird das Meiste gut gelaufen sein.

Woran erinnern Sie sich denn mit besonders großer Freude?

Ich erinnere mich gerne daran zurück, dass wir damals, vor über 20 Jahren, die gesamten Bauprojekte, wie Fürstenhof-Klinik, Steigenberger-Hotel oder die Spielbank-Umsiedelung fertiggebracht haben. Oder dass wir nach dem Brand der Hufeland-Therme nur eineinhalb Jahre gebraucht haben, um den Wiederaufbau zu schaffen. Ich erinnere mich gerne daran, dass wir nach der Kurkrise das Hotel Fürstenhof an den Markt gebracht haben und …

Also quasi an alles.

Die vielen anderen Dinge erwähne ich jetzt weiter nicht.

Gibt es denn auch etwas, das Sie gerne ungeschehen machen wollten?

Also es war nicht so gut, die Wandelhalle in ein PPP-Model, also Public-private-Partnership zu überführen.

Nun folgt Ihnen Ihr bisheriger Stellvertreter auf den Sessel des Kurdirektors. Sind Sie mit dieser Erbfolge zufrieden?

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich diese Lösung favorisiert habe. Wir arbeiten bereits drei Jahre erfolgreich zusammen. Maik Fischer ist 22 Jahre jünger, verfügt über eine hervorragende wissenschaftliche und berufliche Ausbildung, hat sich hervorragend eingearbeitet und neue Impulse gesetzt. Wir haben in dieser Zeit einige Projekte aufs Gleis gesetzt, wo er federführend war. Und wenn das so ist, dann hat sich jemand bewährt und darf die Nachfolge antreten. Außerdem bin ich ein Freund davon, Mitarbeitern aus dem eigenen Hause die Karriere zu fördern. Das bedeutet auch Kontinuität.

Werden Sie denn Ihrem Nachfolger aus dem Ruhe-Exil in Lügde auch mit Rat und Tat zur Seite stehen?

Ich werde mich garantiert nicht aufdrängen, aber ich werde mich auch nicht verschließen, wenn man mich fragt.

Wie wird Ihre Zukunft nun aussehen? Sie haben sich einst für die SPD um das Amt des Bürgermeisters Ihrer Heimatstadt Lügde beworben. Wird aus dem Kurdirektor jetzt ein Politiker?

Wenn ich eines in der Vergangenheit gelernt habe, dann ist das, dass ich mich im Bereich des Managements gut aufgehoben fühle und das auch bewiesen habe. Mir ist aber genauso deutlich geworden, dass ich für Bereiche der Parteipolitik nicht unbedingt eine Überbegabung habe.

Nichtsdestotrotz gab es da mal diesen Ausflug ...

... ja, an den ich mich heute mit Schmunzeln erinnere. Das Experiment bedauere ich nicht, aber ich werde es auch nicht wiederholen.

Und wie wird dann Ihr Alltag künftig aussehen?

Interessant, spannend und ohne Korsetts. Ich habe vor Jahren ein privates Naturschutzprogramm gestartet, habe Gärten Wiesen und auch einen Wald gekauft. Ich bleibe auch zunächst im Vorstand wissenschaftlicher Institutionen in Vereinsform. Und darum werde ich mich fortan kümmern.

Interview: Hans-Joachim Weiß

Mit dem Aufräumen seines Schreibtisches lässt sich Heinz-Hermann Blome noch Zeit. Der Kurdirektor wird am 27. Februar offiziell in den Ruhestand verabschiedet.HW



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