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Ministerin: Qualität nicht an Staatszugehörigkeit festmachen

Bad Pyrmont (uk). Während in der CDU und CSU eine Diskussion über einen begrenzten Zuzug von Ausländern nach Deutschland entstanden ist, will sich Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) für eine einheitliche Regelung der Berufsankennung von medizinischem Personal einsetzen, das aus Ländern kommt, die nicht der Europäischen Union angehören. Das sagte die Politikerin am Freitag bei einem Besuch im Bathildiskrankenhaus zu.

veröffentlicht am 15.10.2010 um 13:33 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 01:21 Uhr

Özkan
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Bad Pyrmont (uk). Während in der CDU und CSU eine Diskussion über einen begrenzten Zuzug von Ausländern nach Deutschland entstanden ist, will sich Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) für eine einheitliche Regelung der Berufsankennung von medizinischem Personal einsetzen, das aus Ländern kommt, die nicht der Europäischen Union angehören. Das sagte die Politikerin am Freitag bei einem Besuch im Bathildiskrankenhaus zu. Das Pyrmonter Haus hat in dieser Hinsicht vor allen Dingen Probleme mit der Anwerbung von Ärzten.
 Das Bathildiskrankenhaus sei längst auch aus Bewerber aus Nicht-EU-Ländern angewiesen, berichtete der stellvertretende Geschäftsführer Justus Thiede, denn die Zahl der Bewerbungen von Ärzten sei über Jahre rückläufig. Das Problem beginnt dann, wenn das Krankenhaus einen aus seiner Sicht geeigneten Mediziner anstellen könnte, dem aber durch die Ärztekammer die Berufserlaubnis verweigert wird, weil es Probleme mit der Anerkennung seiner Ausbildung gibt. „Die Ärztekammer baut hier immer wieder neue Hürde auf“, schilderte Thiede die Erfahrungen der Ministerin. „Wir wissen gar nicht, wie viele Leute uns dadurch schon abhanden gekommen sind.“
 Das ist für das Bathildiskrankenhaus umso ärgerlicher, da es nur wenige Hunderte Meter von der Landesgrenze entfernt liegt, denn auf der anderen Seite wird offenbar wesentlich großzügige entschieden.„In Nordrhein-Westfalen wird nahezu jedem Mediziner aus dem Ausland eine Berufserlaubnis erteilt“, sagte Thiede.
 Aygül Özkan weiß um das Problem, das auch durch die Bestimmungen des Aufenthaltsrechtes entstanden sei. „Was mich aber stört, ist die unterschiedliche Regelung in den einzelnen Bundesländern“, sagte sie und versprach, sich zumindestens in den Nachbarländern Niedersachsens für ein einheitliches Verfahren einzusetzen, ohne dabei die medizinische Qualität zu verändern. „Aber Qualität kann man nicht an einer Staatszugehörigkeit festmachen.“
 Der Ärztemangel ist für das Krankenhaus auch ein wirtschaftliches Problem. „Wenn uns Ärzte fehlen, dann können wir die Fallzahlen nicht mehr abarbeiten“, machte Thiede deutlich. „Es entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden, wenn qualifiziertes Personal nicht in seinem Beruf arbeiten kann, sondern beispielsweise Taxi fahren muss“, machte Rudolf Hartung von proDiako deutlich.
 Die Ministerin kam auf Einladung der Pyrmonter Landtagsabgeordneten Ursula Körtner (CDU) nach Bad Pyrmont. „Wir sind als Stadt und Kurort auf das Bathildiskrankenhaus angewiesen“, machte Körtner deutlich, warum sie die Ministerin eingeladen hatte.



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